Immobilien-Nachfrage im Landkreis weiter hoch
In eigene vier Wände

Die eigenen vier Wände sind ein oft gehegter Wunsch. Rund 1200 Immobilien-Interessenten sind bei der Sparkasse registriert. Bild: exb/LBS
Wirtschaft
Schwandorf
18.05.2017
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Der Bereichleiter Immobilien Hans Helgert (von links), Sparkassen-Chef Werner Heß, LBS-Vorstand Erwin Bumberger, Regionaldirektor Rudolf Pitzl und der Bereichleiter Privatkunden Markus Feurerer erläuterten den Immobilienmarkt im Landkreis. Bild: Hösamer

Billige Kreditzinsen, kaum Erlöse für Geldanlagen: Immobilien sind gefragt. Die Nachfrage nach Wohneigentum im Landkreis boomt, haben Sparkasse und LBS Bayern registriert. Trotz steigender Preise und einem "ausgetrockneten Markt", wie Sparkassenchef Werner Heß bei einem Pressegespräch sagte.

Rund zwei Drittel der Menschen im Landkreis Schwandorf leben in den eigenen vier Wänden. Das ist deutlich mehr als im Bayern- oder Deutschlandschnitt. Rund 1200 solvente Interessenten für selbst genutztes Wohneigentum sind bei der Sparkasse registriert, sagte der zuständige Bereichsleiter bei der Sparkasse im Landkreis, Hans Helgert am MIttwoch. 97 Immobilien im Wert von knapp 15 Millionen Euro habe die Sparkasse im vergangenen Jahr vermittelt, erläuterte Werner Heß. Für den Wohnungsbau (auch Geschosswohnungsbau) wurden 114 Millionen an Krediten zugesagt. Gerade jetzt im Zinstief wollen sich viele Menschen eigene vier Wände bauen oder kaufen. Das führe zu steigenden Preisen, sagte Erwin Bumberger, Vorstandsmitglied der Landesbausparkasse (LBS) Bayern.

Rasanter Anstieg

Im Freistaat wurden Immobilien von 2015 auf 2016 rasant teurer: Für gebrauchte Häuser sind im Schnitt 278 000 Euro fällig (plus 6 Prozent), für neue Häuser 531 500 Euro (plus 15 Prozent), erläuterte Bumberger. Im Landkreis ist der Anstieg moderater, aber spürbar. Neue Doppel- und Reihenhäuser kosten zwischen 190 und 280 000 Euro, gebrauchte Doppel- und Reihenhäuser seien zwischen 150 000 und 240 000 Euro zu haben, gebrauchte Eigentumswohnungen kosten zwischen 1100 und 1800 Euro pro Quadratmeter, sagte Werner Heß. Neben dem Zuzug vor allem an der Naab-Achse macht sich auch der gestiegene Wohnraumbedarf bemerkbar. 1995 hatte ein Landkreisbürger im Schnitt 39 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung, heute sind es knapp 50 Quadratmeter. Bis 2030 erwartet Heß einen Wohnraumbedarf im Landkreis von 6,7 Millionen Quadratmetern - 6 Prozent mehr als 2015.

Im vergangenen Jahr wurden im Kreis 490 Einheiten fertiggestellt - nur 23 mehr als von zehn Jahren. Heß sieht hier Potenzial. Ebenso für die Sanierung im Bestand. Viele Häuser entsprechen nicht mehr aktuellen Ansprüchen. Auch Leerstände seien durch Qualität zu verhindern, ist Bumberger überzeugt.

Zinsrisiken absichern

Wichtig bei der Finanzierung: Potenzielle Häuslebauer sollten sich gegen die Zinsrisiken absichern. Derzeit sind Kredite bei der Sparkasse für Wohneigentum für rund 1,5 Prozent (Laufzeit zehn Jahre) zu haben. Steigt in der Zwischenzeit das Zinsniveau, kann die Belastung für die Kreditnehmer kritisch werden. Im langjährigen Mittel kosteten Baukredite rund 5 Prozent Zinsen. Zur Absicherung biete sich ein Bausparvertrag an, so Bumberger. Nach Berechnungen von "Finanztest" könnten sich Häuslebauer so über 25 Jahre "bis zur letzten Rate" ein Zinsniveau von rund 2 Prozent sichern, sagte LBS-Vorstand Bumberger. Er fordert von der Politik höhere Zuschüsse oder Steuervorteile, um noch mehr Menschen den Schritt zum Wohneigentum hin zu ermöglichen.

Hans Helgert sieht noch weiteres Potenzial im Landkreis: Viele ältere Menschen leben in sehr großen Häusern. Er brachte das Thema "Eigentumstausch" ins Spiel: Das große Haus an eine Familie verkaufen, die den Raum braucht, und dafür ein kleineres, für "komfortables Wohnen im Alter" geeignetes Häuschen am Ort kaufen.
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