16.03.2018 - 20:26 Uhr
Schwandorf

Innungen werben mit Imagefilm Auf Youtube auf Lehrlingssuche

Ein Obermeister am Schlagzeug, dazu Songs der "Toten Hosen" und der "Sportfreunde Stiller": Die beiden Innungen "Heizung, Klima, Sanitär" und "Metall" haben sich zur Freisprechungsfeier etwas besonderes einfallen lassen. Die Ergebnisse zeigen: Trotz Fachkräftemangels bleiben die Anforderungen an die künftigen Handwerker hoch.

Die besten Absolventen sind Christoph Steinbacher, Stefan Maier, Paula Heuberger, Thomas Häckl, Lukas Leyerer und Fabian Blendl (von links, mit Urkunde). Ihnen gratulierten die Vertreter der Innung und der Politik.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Es war eine Sternstunde in der Reihe der jährlichen Freisprechungsfeiern. Obermeister Michael Zinnbauer setzte sich ans Schlagzeug und spielte zusammen mit den "Almdoodlern" Songs von den "Toten Hosen" ("Tage wie diese"), den "Sportfreunden Stiller" ("Ein Kompliment"), Andreas Bourani ("Auf uns") und Ed Sheran (" Perfect"). Und als Höhepunkt das Lied von Hubert Treml, mit dem der Regensburger Musikpoet einen Videoclip über die Anlagenmechaniker vertonte.

Humor und Sex-Appeal

"Herzinstallateur" heißt der Imagefilm der Innung "Heizung, Klima, Sanitär", in dem Schauspielerin Kirstin Rokita und Liedermacher Hubert Treml in einer musikalischen Szenenabfolge die vielfältigen Einsatzgebiete eines Installateurs mit Humor und Sex-Appeal andeuten. Der dreiminütige Clip feierte bei der Freisprechungsfeier der Innung am Donnerstag im Fortbildungszentrum Charlottenhof Premiere.

Die "Almdoodler" Thomas Meidinger und Andreas Karl holten sich Hauptdarstellerin Kerstin Rokita und Obermeister Michael Zinnbauer mit dazu und spielten zum Film die Musik "live" ein . "Eine bessere Werbung für unser Handwerk kann es gar nicht geben", schwärmte Kreishandwerksmeister Christian Glaab über den Film, der auch auf "Youtube" läuft. "Wir haben riesige Probleme, Fachkräfte zu bekommen", stellte der Schwandorfer Bäckermeister fest. Er forderte die politischen Entscheidungsträger auf, ihre Lippenbekenntnisse zu beenden und der beruflichen Bildung den gleichen Stellenwert zukommen zu lassen wie der akademischen.

Höchster Respekt

Dem pflichtete stellvertretender Landrat und Landtagsabgeordneter Joachim Hanisch bei: "Der Staat finanziert die Universitäten und Fachhochschulen, lässt die Kommunen aber bei den anderen Schulen alleine". Zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl outete sich als "Frau mit zwei linken Händen" und zollte den Handwerkern deshalb "allerhöchsten Respekt". Der Obermeister der Metallinnung, Bernhard Stegerer, freut sich über die Blutauffrischung mit neuen Gesellen und gab den freigesprochenen Lehrlingen den guten Rat: "Ihr müsst die Kunden mit eurer Arbeit begeistern".

53 Absolventen aus Schwandorf, Cham, Weiden, Amberg-Sulzbach, Neumarkt und Regensburg bekamen ihre Zeugnisse. Mit einem Fiasko endete die Prüfung bei den Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Von den 31 Teilnehmern fielen neun durch. (29 Prozent). "Die theoretische Prüfung war sehr schwer", suchte der Amberger Absolvent Daniel Meier nach einer Begründung. Dass die Aufgaben zu lösen waren, bewiesen Paula Heuberger aus Kümmersbruck (190 von 200 möglichen Punkten) und Christoph Steinbacher aus Schwandorf (187 Punkte), die als beste Absolventen abschlossen und ausgezeichnet wurden.

Bei den Feinmechanikern kamen alle 23 Kandidaten gut durch die Prüfung. Beste waren Fabian Blendl (93 von 100 Punkten) aus Neunburg vorm Wald und Stefan Maier (93 Punkte) aus Rötz. Bei den Metallbauern bestanden neun der elf Absolventen die Prüfung. Lukas Leyerer (Stulln) ragte mit 82 Punkten heraus. Von den sieben Spenglern fiel keiner durch. Prüfungsbester war Thomas Häckl (Amberg-Sulzbach, 88 Punkte). CMT-Leiter Uli Götz überreichte allen Absolventen "mit mindestens 92 Punkten" einen Bildungsgutschein im Wert von 300 Euro.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp