12.05.2017 - 20:26 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Mega Data auf dem Acker

"Das Projekt hat das Potenzial, uns weiter an der Innovationsspitze in der Welt zu halten", ist Philipp Horsch überzeugt. Mit Partnern wie Fraunhofer ESK will das Landmaschinenunternehmen seinen Service weiter verbessern. In Echtzeit, digital, auf dem Feld.

Staatssekretär Albert Füracker (Zweiter von rechts) ließ sich nach der Übergabe des Förderbescheids an Gerd Schneider (Dritter von rechts) von Geschäftsführer Philipp Horsch (Vierter von rechts) das Unternehmen auf dem Sitzenhof zeigen. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Unglaublich, was es in der Oberpfalz alles gibt", waren sich Finanzstaatssekretär Albert Füracker und der Vorsitzende des Wissenschaftsbeirats der Bayerischen Forschungsstiftung, Prof. Lothar Frey, am Freitag am Stammsitz von Horsch auf dem Sitzenhof bei Schwandorf einig. Füracker übergab hier einen Förderbescheid der Stiftung über knapp eine Million Euro an Gerd Schneider von Fraunhofer ESK (Institut für eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik). "INVIA" heißt das Projekt zur Entwicklung eines mobilen cloudgestützten Assistenzsystems für hochkomplexe Landmaschinen.

Das Ziel der Forschung ist die Unterstützung des Fahrers einer Landmaschine mit Video-Diagnose durch Spezialisten, Unterstützung des Servicetechnikers durch Experten auf Basis von "Augmented Reality" und das onlinegestützte Training des Fahrers durch Ausbilder in der Zentrale des Maschinenherstellers. Füracker betonte die Innovationskraft und hohe Professionalität mittelständischer Unternehmen gerade in der Oberpfalz. Neben Horsch und Fraunhofer ESK gehören InMach Intelligente Maschinen (Neu-Ulm), Holmer Maschinenbau (Schierling), Smart Mobile Labs und Weptun (beide München) zu den Partnern des Projekts, ebenso die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (Freising).

Die Entwicklung solcher Schlüsseltechnologien könne ein Mittelständler kaum alleine schultern, deshalb sei diese Partnerschaft wichtig, sagte Philipp Horsch. Landmaschinen werden heute speziell auf die Bedürfnisse der Kunden in aller Welt zugeschnitten. Die deutschen Hersteller beherrschen diese Komplexität, seien weltweit führend, so Horsch. Eine falsche Einstellung könne zu Stillstand oder nicht optimaler Leistung der Maschine führen. Statt einen Techniker über lange Strecken loszuschicken, sollen die Probleme über Videoübertragung und "Augmented Reality" - also mit digitalen Informationen ergänzten, realen Bildern - gelöst werden. Dazu ist die Übertragung großer Datenmengen notwendig. Horsch sprach nicht von "Big Data", sondern sogar von "Mega Data". Bei der Netzabdeckung sieht Horsch noch Nachbesserungsbedarf: Die sei in Sibirien oft besser als hierzulande.

In einem Jahr soll die Software-Architektur soweit stehen, dass erste Demonstrationen möglich sind. In zwei Jahren wird das Projekt abgeschlossen sein, sagte Schneider.

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