19.09.2017 - 18:24 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neubau am Krankenhaus St. Barbara für 50 Millionen Euro: Endlich raus in die Steinzeit

Im ehemaligen Park des Krankenhauses St. Barbara gähnen tiefe Gruben, Menschen und Maschinen arbeiten. Bauherrn, Planer und Architekten nahmen am Dienstag einen riesigen Spaten zur Hand: Die größte Klinikbaustelle in der Oberpfalz beginnt. Es ist der Startschuss einer richtungsweisenden Investition.

Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Martin Baumann (von links), Provinzial Pater Benedikt Hau, Träger-Geschäftsführer Christian Kuhl, Oberbürgermeister Andreas Feller, Architekt Joachim Peithner, Pflegedirektor Frank Hederer und Ärztlicher Direktor Dr. Detlev Schoenen griffen zum Spaten, der mit seiner überdimensionalen Größe die Bedeutung des Neubaus symbolisieren sollte. Bilder: Götz (2)
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Architekt Joachim Peithner freute sich: Die Zeit des virtuellen Planens ist vorbei. "Jetzt geht es raus in die Steinzeit. Wir haben ein tiefes Loch, mischen Wasser, Zement und Sand, fangen an, und dann wird es vielleicht so, wie es geplant war." Natürlich wird es so werden, da sind sich die Gäste sicher, denen Klinik-Geschäftsführer Dr. Martin Baumann im zukünftigen Innenhof die 50-Millionen-Euro-Investition erläutert. Einige Gebäude wurden komplett oder teilweise abgerissen, um dem L-förmigen Bau Platz zu machen. Damit werde die Klinik "in eine neue Dimension der medizinischen Versorgung an diesem Standort aufbrechen", sagte Baumann. Der Freistaat bezuschusst das Projekt mit rund 38,8 Millionen Euro. Auf 5200 Quadratmeter Nutzfläche vom Keller bis in den dritten Stock entstehen zwei Normalstationen mit je 35 Betten, ein Labor, Intensivstation und neue Zentralaufnahme (grüner Kasten) und Raum für eine Akutgeriatrie.

Bis 2019 soll alles fertig sein. Der Neubau werde den medizinischen Abläufen ebenso gerecht werden wie dem wachsenden Komfortbedürfnis der Patienten, sagte Baumann. Mit dem Neubau sei das Ende noch nicht erreicht: "Es wird weitere Bauabschnitte geben". Pater Provinzial Benedikt Hau erklärte: "Die Barmherzige Brüder gemeinnützige GmbH als Träger ist stets bemüht, den Patienten neben gelebter Herzlichkeit und christlicher Nächstenliebe die modernste Medizin und die bestmögliche Pflege angedeihen zu lassen."

Er erinnerte an die vielen Neubau- und Sanierungsmaßnahmen an St. Barbara, seit die Barmherzigen die Klinik 2010 übernommen haben. Der aktuelle Neubau sei ein Meilenstein. Einen "harten, wichtigen Standortfaktor für die Stadt und die Region" nannte Oberbürgermeister Andreas Feller "unser Krankenhaus St. Barbara". Die Baugrube lasse den Umfang des Neubaus nur erahnen. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Planern und Rathaus: "Oft diskutieren wir über einen Carport länger als über diesen Bau", sagte der OB. Mit 700 Mitarbeitern sei das Krankenhaus St. Barbara ein bedeutender Arbeitgeber in der Stadt und "ist und wird ein Vorzeige-Krankenhaus in der Region". Nur eins solle bleiben, wünschte sich der OB: Der Kreißsaal, in dem er wie viele Schwandorfer das Licht der Welt erblickte. Der sei das einzige, was bleibt, konterte Architekt Peithner: "Der wird museal aufbereitet."

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Weitere Informationen zur Baustelle:

www.barmherzige-bauen-zukunft.de

Dr. Schoenen: Elektivaufnahme wichtiger Schritt nach vorn

"Wir sind glücklich über die neuen Räume und die neuen Strukturen," sagte der Ärztliche Direktor des Krankenhauses St. Barbara, Dr. Detlev Schoenen, den Oberpfalz-Medien beim Spatenstich. Schon während der Bauphase für die neuen Normal- und Intensivstationen, die bis 2019 dauern soll, würden die Arbeitsabläufe Schritt für Schritt auf die neuen Gegebenheiten umgestellt. Besonders die im künftigen neuen Eingangsbereich vorgesehene Zentrale Elektivaufnahme werde die Arbeit effektiver machen, erläuterte Schoenen. Wer einen geplanten Aufenthalt, einen Termin zur Sprechstunde bei einem Arzt in der Klinik oder allgemeine Fragen hat, wird hier einen gebündelten Anlaufpunkt finden. Die neue Intensiv- und Intermediate-Care-Station mit 22 Betten sieht der Chefarzt als wichtige Innovation. In der Intermediate-Care-Station werden Patienten betreut, die nicht mehr die höchste Intensiv-Versorgung benötigen, aber noch nicht auf eine der Normalstationen verlegt werden können. Dr. Schoenen ist seit 2004 am Krankenhaus St. Barbara. Seitdem habe sich sehr viel verändert, das Haus sei mit seinen Fachabteilungen gewachsen. Der Neubau sei der richtige Schritt in die Zukunft. "Die Barmherzigen Brüder haben mit den Investitionen an dem Standort ein Zeichen gesetzt", sagte der Ärztliche Direktor. (ch)

 

 

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