05.12.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neue Sortieranlage in Bodenwöhr Mehr Müll als Kapazität

Im Gebiet des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS) fällt deutlich mehr Müll an als im Kraftwerk verheizt werden kann. Erleichterung soll die Sortieranlage in Bodenwöhr bringen, die 2018 in Betrieb gehen soll.

Die Bunker im Schwandorfer Kraftwerk sind voll. Rund 462 000 Tonnen Müll werden dieses Jahr beim ZMS angeliefert. 21 000 Tonnen davon müssen an andere Anlagen umgeleitet werden. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die gute Nachricht: Das Entgelt, das der ZMS von seinen Mitgliedskommunen für die Entsorgung des Hausmülls verlangt, wird auch im kommenden Jahr bei 115 Euro je Gewichtstonne Hausmüll konstant bleiben. Das teilte der Kämmerer Markus Decker am Dienstag der Verbandsversammlung mit. Verbandsvorsitzender Thomas Ebeling nannte die Entsorgungsanlage "weiter stark angespannt".

Auch die Einführung der Biotonnen in mehreren Kommunen habe die Hausmüllmenge nicht vermindert. Im Gegenteil: Durch die Entnahme der feuchten Stoffe steigt der Heizwert, was technisch bedingt die Durchsatzleistung des Kraftwerks verringert. Bis Ende Oktober wurden 368 500 Tonnen Müll in Schwandorf verbrannt. Bis Ende des Jahres werden es gut 440 000 Tonnen sein. 21 000 Tonnen müssen umgeleitet werden, weil wohl 461 000 Tonnen bei ZMS angeliefert werden. Die Kapazität des Kraftwerks liegt bei 450 000 Tonnen. Die Vorschalt- und Sortieranlage in Bodenwöhr soll 2018 in Betrieb gehen und Entlastung bringen. Der ZMS rechnet damit, rund 6000 Tonnen Holz, hochwertiger Kunststoffe, Metalle, Glas und Pappe aus dem Müll auszusortieren und wieder dem Wirtschaftskreislauf zuzuführen. Außerdem soll die Schlacke besser aufbereitet werden, um auch Nichteisenmetalle zurückzugewinnen.

Die Verbrennungsanlagen in Deutschland sind voll ausgelastet. Gleichzeitig droht, dass weitere 500 000 Tonnen Müll auf den Markt drängen. Denn China wolle zum 1. Januar ein Importverbot für bestimmte gemischte und verunreinigte Recyclingkunststoffe erlassen, die bislang dort entsorgt wurden. Der hiesige Markt sei für solche Mengen nicht aufnahmefähig, sagte Ebeling.

Finanziell steht der ZMS blendend da, ist schuldenfrei. Die Umsatzerlöse im laufenden Jahr werden laut Decker mit 1,9 Millionen Euro etwas über dem Plan liegen. Im kommenden Jahr erwartet der Kämmerer Erlöse von gut einer Million. Neu investiert werden 2018 rund 3,29 Millionen Euro. Für noch nicht abgeschlossene Maßnahmen stehen weitere 14,38 Millionen Euro im Vermögensplan. Im laufenden Geschäft erwartet der ZMS Einnahmen von 63,4 Millionen Euro und Ausgaben von 62,4 Millionen - darunter für den Betrieb des Kraftwerks 19,9 Millionen Euro. Der Stellenplan weist 240,5 Stellen aus, davon sind 24 Auszubildende.

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