26.10.2010 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Steigende Abwassergebühren in Schwandorf Abwassergebühr steigt deutlich

Die Bürger müssen sich auf deutlich steigende Abwassergebühren einstellen. Für den Kubikmeter Schmutzwasser werden nach der Globalberechnung ab kommendem Jahr 2,56 Euro fällig, für Niederschlagswasser 0,24 Euro pro Quadratmeter. Die Sätze liegen etwa ein Drittel über den bisherigen Preisen. Auch die Herstellungsbeiträge werden neu kalkuliert.

von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Im Hauptausschuss wurde am Montag die Globalberechnung vorgestellt. Das letzte Wort hat der Stadtrat, der am 8. November tagt. Oberbürgermeister Helmut Hey erinnerte daran, dass die Vierjahres-Kalkulationsperiode 2010 ende. Nun liegt die Berechnung für 2011 bis 2014 vor. Er verwies auf steigende Betriebskosten (Energie) und hohe Investitionen in den Unterhalt der 500 Kilometer Kanäle, die neben sinkendem Verbrauch für die Kostensteigerung ursächlich seien. Außerdem war zwischen 2007 und 2010 noch ein "Guthaben" aus den Vorjahren zu verrechnen. In den kommenden Jahren ist ein Defizit auszugleichen. "Nicht erfreulich, aber betriebswirtschaftlich notwendig", nannte der OB die Steigerung. Anne Poell vom beauftragten Büro Hurzlmeier legte die Berechnung vor. Die Herstellungsbeiträge (Ersterschließung) müssten laut Kalkulation künftig bei 1,50 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche liegen (bislang 1,58 Euro), pro Quadratmeter Geschossfläche würden nach Berechnung 11,86 Euro (bislang 10,76 Euro) fällig.

Wasserverbrauch sinkt

Deutlicher sind die Veränderungen bei den Einleitungsgebühren. In den vergangenen vier Jahren betrug die Unterdeckung beim Niederschlagswasser im Schnitt rund 102 000 Euro pro Jahr, beim Abwasser 380 000 Euro. Diese Defizite müssen ausgeglichen werden. Mit den zu erwartenden Kosten für die kommenden Jahre ergibt sich für das Niederschlagswasser ein Preis von 0,24 Euro pro Quadratmeter befestigte Fläche (bisher 0,18 Euro), beim Schmutzwasser von im Schnitt 2,56 Euro je Kubikmeter (bisher 1,91 Euro). Mit ausschlaggebend für die Steigerung ist auch, dass weniger Wasser verbraucht wird und entsprechend weniger Abwasser entsteht. Für 2011 bis 2014 geht die Kalkulation von 1,55 Millionen Kubikmeter pro Jahr aus, bislang wurde mit 1,6 Millionen Kubikmetern gerechnet. Weil die Fixkosten gleichzeitig steigen, ergibt sich letztlich eine höhere Gebühr. Außerdem müssen Abschläge für Betriebe eingerechnet werden, die Trinkwasser kaufen, aber nicht ableiten, sondern in ihren Produkten verarbeiten, wie zum Beispiel Bäckereien, (Groß-) Metzgereien oder Brauereien. Andreas Wopperer (CSU) verwies darauf, dass sinkender Verbrauch eben auch zu steigenden Gebühren führe. Franz Schindler (SPD) erinnerte an die jahrelange Unterdeckung: "Dann kommt der Schlag." Die Fraktionen wollen die Zahlen noch beraten, ehe die Entscheidung im Stadtrat fällt.

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