02.04.2018 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Umzug bringt Ärger, aber: Sparda-Bank gewinnt Mitglieder

Fast die Hälfte der Sparda-Bank-Kunden nutzt inzwischen Online -Banking. "Die Digitalisierung fordert uns an allen Ecken und Enden", erklärt Georg Thurner. Der Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Ostbayern eG will die Online-Dienste weiter ausbauen, gleichzeitig aber "das Filialnetz stabilisieren".

Vorstandsvorsitzender Georg Thurner (rechts), sein Stellvertreter Michael Gruber (links) sowie die Schwandorfer Filialleiter Gerhard Eckl (Zweiter von rechts) und Steffi Langfeld (Zweite von links) zogen gemeinsam mit geladenen Mitgliedern (stehend) eine erfolgreiche Bilanz für die Sparda Bank Ostbayern eG. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Mit dem Umzug von der Breite Straße in den Globus-Markt verärgerte die Sparda-Bank jene Kunden, die das Geschäft der kurzen Wege geschätzt hatten. "Mit dem Rollator, dem Kinderwagen oder dem schnellen Besuch in der Mittagspause ist es jetzt vorbei", war sich Georg Thurner bei der Bilanz-Pressekonferenz im Rathaus bewusst. Dafür verzeichne die Geschäftsstelle am neuen Standort "Zuwächse in allen Bereichen".

Filialleiter Gerhard Eckl wurde konkret. Die Mitgliederzahlen stiegen im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent auf 7246 Personen, die Kundeneinlagen um 3,7 Prozent auf 133 Millionen Euro und die Kredite um 4,5 Prozent auf 64 Millionen Euro. Seit der Eröffnung der Filiale im "Globus" habe die Sparda-Bank Schwandorf 120 neue Mitglieder gewonnen und 346 zusätzliche Girokonten eröffnet. Die Geschäftsstelle profitiere von der hohen Kundenfrequenz des Marktes.

Der Standort Schwandorf befindet sich damit im Trend der Sparda-Bank Ostbayern eG, die zwischen Hof und Passau 140 000 Kunden betreut. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Michael Gruber blickte auf ein "solides Geschäftsjahr" zurück, "trotz des schwierigen Umfeldes mit anhaltender Niedrigzinsphase". Die Bilanzsumme erhöhte sich um 5,74 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, die Kundenkredite um 270 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro. Mit einer Eigenkapitalausstattung von 19,36 Prozent erfülle die Bank die aufsichtsrechtlichen Anforderungen, so Michael Gruber.

Die ehemalige "Eisenbahnerbank" nimmt nur Privatkunden auf und zählt aktuell 111 564 Mitglieder (plus 4821). Unter dem Strich blieb ein Bilanzgewinn von 2,8 Millionen Euro. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende prognostizierte für dieses Jahr eine weitere Steigerung der Nachfrage nach Immobilienkrediten. 2017 erstellte die Sparda-Bank erstmals eine CO2-Bilanz und schaffte so die Voraussetzungen für eine Zertifizierung als "klimaneutrales Unternehmen". Vorstandsvorsitzender Georg Thurner betonte nicht nur das ökologische, sondern auch das soziale Engagement des genossenschaftlichen Unternehmens.

Die Sparda-Bank-Stiftung Ostbayern fördere die Kultur, die Bildung sowie die Jugend- und Seniorenhilfe mit jährlich 650 000 Euro. Bis 30. April laufe noch die Treueaktion, bei der 100 000 Euro an 20 Vereine in ganz Ostbayern verteilt werden. Im Juli 2017 spendete der Gewinnsparverein der Sparda-Bank dem Caritas-Kreisverband Schwandorf einen VW-Bus im Wert von 35 000 Euro. "Wir sind mit dem Fahrzeug bereits 12 000 Kilometer gefahren", berichtete Geschäftsführer Wolfgang Reiner, verbunden mit dem Dank für die großzügige Spende. Der Kleinbus komme vor allem in der offenen Behindertenarbeit und in der Seniorenbetreuung zum Einsatz. Vorstandsvorsitzender Georg Thurner will die eingeschlagene Strategie fortsetzen, die Kundenkonten weiter kostenlos führen, die Zahl der Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker reduzieren und dafür die Bargeldversorgung der Kunden in den Supermärkten stärker bewerben.

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