25.03.2018 - 20:00 Uhr

Franz Grabinger alias Bruder Barnabas Große und kleine Politik im Widerschein des Starkbiers

Volles Haus beim Wirt in Unterauerbach, beste Stimmung und eine Fastenpredigt, die einen weiten Bogen spannte von der großen Politik bis zum Lokalgeschehen. Kaum ein aktuelles Thema ließ Franz Grabinger alias Bruder Barnabas aus: von Dieselfahrverboten, Handelszöllen, Bayern-Ei, Tierversuchen an Affen, der Rauchmelderpflicht, Bitcoins, Glyphosat, Doping bei Olympia wusste er ebenso zu berichten wie von Fakenews, Dschungelcamp, Energiewende, Brexit, Klimawandel, Fußballweltmeisterschaft in Russland und Energiewende.

Bruder Barnabas alias Franz Grabinger hatte der Unterauerbacher Starkbiergemeinde bei seiner Fastenpredigt einiges zu sagen. Bild: ga
von Autor GAProfil

Die Sondierungs- und Koalitionsgespräche von "Jamaica" und "GroKo" durften ebenso wenig fehlen wie die Regierungsumbildung in München. Auch lokale Themen wie der radikale Sträucherschnitt neben dem Radlerweg, Mobilfunk, Breitband und Pfarrgemeinderatswahl waren dem Prediger nicht entgangen.

Ein bestens gelaunter Wirt Michael Kiener konnte bei seiner Begrüßung eine Gruppe, die bei solchen Anlässen gerne mal ihr Fett weg bekommt, gleich eingangs beruhigen: "Die Beamten müssen bei der Fastenpredigt keine Angst haben, der Bruder Barnabas ist nämlich selbst verbeamtet", kündigte er augenzwinkernd den Starkbierprediger Franz Grabinger an. Und der hatte dann auch einiges zu sagen. Gut 50 Minuten lang nahm er sich - von der Blaskapelle Auerbach mit dem Bayerischen Defiliermarsch willkommen geheißen - der verschiedensten Themen an.

Der amerikanische Präsident hatte es dem Prediger zunächst angetan. "America first is mei Devise, wer mi nirt mog, den frieß'e'!". Auf die Entlassung von Regierungsmitgliedern reimte er: "Da Trump twittert hi, er twittert her, scho hot er koan Außenminister mehr!" Nachdenklich wurde er bei folgender Frage: "Doch eines interessiert mich sehr, was hat der Mann für "nen Frisör?" Zum Verhältnis Söder und Seehofer prophezeite er Besserung: "Da Söder in München, da Seehofer in Berlin, doa wird zumindest nimma so viel gstrittn!" Die Gender-Bestrebungen bei der Nationalhymne wollten Bruder Barnabas nicht so ganz einleuchten: "Die Nationalhymne wär zu männlich, allmählich wird mir des zu dämlich!" Nur schwer seufzend war das für ihn zu ertragen: "Oh Vaterland, oh Heimatland!"

Zum Thema Gesundheit mahnte er: "Gibts weiter Zweiklassenmedizin, is bald die halbe Menschheit hin!" Von den Jamaica-Verhandlungen war dem Prediger im Gedächtnis geblieben: "Am Reichstag standen sie gemeinsam auf dem Balkon, dann läuft die FDP davon!" Auch sportlich war Bruder Barnabas im Bilde. "Der FC Bayern und der Heynckes des gibt eine Traumhochzeit wie man es kennt, dann bleibt er, bis dass der Tod sie trennt!"

Natürlich griff der Prediger auch lokale und gemeindliche Themen sowie Ortsbegebenheiten auf. Zum Tanz in den Mai der Landjugend hoffte er: "Beim Fensterltanz da bin i gspannt, ob die Leiter bis aufeglangt?" Zur Terminierung des Fastensuppenessens am Tag nach dem Starkbierfest mutmaßte er: "Drum kanns im Einzelfalle sein, dass mehr kommt raus als wie geht rein!" Weil es momentan schon so viel Theater in der Politik gäbe, "hat sich die Kleine Bühne gedacht, dass ma dene koa Konkurrenz nicht macht!"

Mitbekommen hatte der Prediger auch, dass in einer Ausgabe des Neuen Tages auf einer Seite alle "ü" verschwunden waren: "Klaut doch wer auf einer Seitn, alle "ü". Wos hot des zu bedeitn?". Dass es für Vereine immer schwieriger wird, die Vorstandschaften zu besetzen, hatte Bruder Barnabas auch mitbekommen: "Vorstand finden, des is schwer, oft bleiben Vorstandsposten leer!" Und der mahnende Finger kam gleich hinterher: "Ihr müsst Euch besser engagieren und nicht bloß dahin privatisieren!"

Garniert hatte Barnabas seine Predigt mit humorvollen Trinksprüchen, die zum gemeinsamen Prosten und Trinken einluden. Die Gäste kamen an diesem gelungenen Starkbierabend allesamt auf ihre Kosten.

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