Gemeinderat Schwarzach tagt
Signal zum Hochwasserschutz

Bauoberrat Marcel Oliver Kroll (links) und Fachbereichsleiter Bauoberrat Andreas Ettl (rechts) stellten die Basisstudien des Wasserwirtschaftsamtes Weiden vor. Bild: ohr

Der Gemeinderat Schwarzach setzte ein deutliches Signal zum Hochwasserschutz der betroffenen Ortsteile Wölsendorf und Schwarzach. Das Wasserwirtschaftsamt stellte die Basisstudien in der Sitzung vor und bringt nun beide Maßnahmen auf den Weg.

Bürgermeister Hans Gradl begrüßte die Vertreter des WAA, Fachbereichsleiter Bauoberrat Andreas Ettl und Marcel Oliver Kroll aus dem Sachgebiet Planung und Bau, sowie einige Zuhörer. In seiner Rückblende erinnerte Ettl an die Hochwassersituation am 30. Mai und 1. Juni 2013 mit einer starken Abregnung im südbayerischen Raum. "Damals hat die Oberpfalz Glück gehabt", lautete sein Fazit.

Der Gemeindeteil Schwarzach befinde sich im Talraum der Schwarzach, ein Gewässer II. Ordnung. "Durch diese Lage sind einige Gebäude und landwirtschaftliche Betriebe von einem hundertjährigen Hochwasser betroffen", hieß es.

Das Naab-Hochwasser gelangt durch Unterführungen der Bundesautobahn A93 in den angrenzenden bebauten Bereich des Ortsteils Brensdorf. Diese Situation und der kiesige Untergrund -Wasser dringt an die Oberfläche - verursachen Überschwemmungen in der Ortschaft. Für beide Ortsteile wurden Basisstudien als grobe Skizzierungen möglicher Hochwasserschutzmaßnahmen erstellt, erläuterte Marcel Oliver Kroll. Die grob geschätzten Baukosten betragen für Schwarzach circa 230 000 und für Wölsendorf rund 900 000 Euro.

Wie der Fachmann weiter ausführte, summiert sich der Beteiligtenbeitrag für die Planung beider Maßnahmen auf etwa 80 000 Euro. In der Bauphase ist der gemeindliche Anteil für Wölsendorf durch unbare Leistungen - unter anderem Unterhalt der Anlagen und der Betrieb der Schöpfwerke - nach derzeitigem Kenntnisstand komplett abgegolten. Für den Ortsteil Schwarzach sind als Beteiligtenbeitrag rund 55 000 Euro zu entrichten. Genauere Aussagen können erst nach Abschluss der Entwurfsplanung gemacht werden.

Einhellig dafür

Das Wasserwirtschaftsamt Weiden ist für die Errichtung von Hochwasserschutzanlagen an Naab und Schwarzach zuständig. Als "Vorteilsziehender" ist die Gemeinde Schwarzach an den Kosten zu beteiligen. Weitere Schritte in Kurzform: Die Unterzeichnung der Planungsvereinbarung mit dem WWA, Finanzierungsantrag für das Vorhaben ans Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Objektplanung mit Untersuchungen, Vergabe an geeignete und fachkundige Ingenieursbüros. Eine enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schwarzach und den betroffenen Bürgern sei wichtig. "Eine offene Planung - zum Beispiel Besprechungen in Bürgerversammlungen - ist eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Abschluss des Projektes", resümierte Marcel Oliver Kroll aus dem Sachgebiet für Planung und Bau.

In einer sachlichen Diskussion sprachen die Gemeinderäte die Kapitalisierung der unbaren Leistungen an, Unterhalt und Kosten bei Austausch der Schöpfwerke, das Ausbaggern von Verlandungen in der Schwarzach, die eventuelle Gefährdung der Kläranlage und die Schaffung von Retentionsräumen. Der Gemeinderat fand das "Angebot verlockend" und er erteilte das einhellige Plazet.

In der letzten nicht öffentlichen Sitzung wurde der Kirchenstiftung Altfalter ein Zuschuss für die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden mittelalterlichen Kirchhofmauer in Altfalter in Höhe von gut 21 000 Euro in Aussicht gestellt, teilte Bürgermeister Hans Gradl wegen Wegfall der Geheimhaltung mit.

Den Bauantrag von Richard Bauer auf Genehmigung einer Lagerscheune mit der Länge 13, der Breite 5,5 und Giebelhöhe von 4 Metern in der Hauptstraße 13 erteilte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen. Die erforderliche Abstandsflächenübernahme und die Unterschriften der Nachbargrundstücke liegen vor.

Hinsichtlich der Festsetzung eines Überschwemmungsgebietes an der Schwarzach im Landkreis Schwandorf können die Unterlagen in der VG Schwarzenfeld eingesehen werden. Ergänzend ist das Kartenwerk auf der Homepage des Bayerischen Landesamtes für Umwelt www.lfu.bayern.de unter dem Thema "Wasser" abrufbar.

Der Antrag des Frauenbundes und der Dorfgemeinschaft Altfalter auf Zuwendung für eine Familienbusfahrt in Höhe von 100 Euro wurde vertagt. Endlich eine "vernünftige Zufahrt zum Knappenweg" zu schaffen, monierte Reinhard Wegerer.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.