09.01.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Protest gegen "Solarwüste"

Für Investor, Betreiber und auch Gemeinderäte von Schwarzach scheint das Großprojekt "Solarpark Ansdorf" seit einer Infoveranstaltung im letzten Oktober in trockenen Tüchern zu sein. Wäre da nicht der massive Widerstand von Einwohnern, die sich nun in einer Bürgerinitiative gegen das Vorhaben stellen!

von Manfred BäumlerProfil

Die Initiatoren, die "Für den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes Schwarzachtal" eintreten, hatten am Sonntag zu einer Begehung und Information vor Ort in das beschauliche Schwarzachtal zwischen Wölsendorf und Altfalter eingeladen. Gekommen waren fast 100 Personen aus den betroffenen Dörfern rund um das etwa 14 Hektar große Areal sowie aus Schwarzenfeld. Unter ihnen befand sich auch der Bürgermeister der Gemeinde Schwarzach, Hans Gradl, der im vergangenen Jahr zusammen mit dem kompletten Gemeinderat für die Herausnahme der Fläche mit einer Größe von etwa 20 Fußballfeldern aus dem bestehenden Landschaftsschutzgebiet gestimmt hatte.

Franz Steinbacher, einer der Sprecher der Initiative gegen den Solarpark, machte dabei deutlich: "Wir sind nicht damit einverstanden, dass in unserer Gemeinde eine Solarwüste entsteht, denn unser Schwarzachtal gehört zu den schönsten Ecken unserer Heimat im weiten Umkreis." Verständlich, dass er sich mit dieser Auftaktformulierung lautstarken Beifalls Gleichgesinnter jeden Alters, die sich zur Demonstration eingefunden hatten, sicher sein konnte.

Dabei betonen die Sprecher der Initiative ausdrücklich, dass mit dieser Aktion kein Gegenpol zur Umsetzung einer Wende hin zu Erneuerbaren Energien entstehen soll. Doch bezogen auf das Gelände über der Schwarzach fordern die Solarparkgegner: "Dieser Naturschatz in diesem Tal, mit seiner bäuerlichen Kulturlandschaft, seinen Biotopen und einzigartigen Flusslandschaft, soll Erholungsraum für uns und nachfolgende Generationen bleiben!"

Hart ins Gericht gingen die Demo-Teilnehmer auch mit dem Grundstücksbesitzer, der dieses Projekt bestückt mit 36 000 Modulen und 920 Tischen, direkt am Bayerisch-Böhmischen Freundschaftsweg gelegen, möglich macht: "Wie leicht der, er wohnt ja nicht mehr im Gemeindebereich, dem ist das sch...egal."

"Keinerlei finanzielles Interesse hat die Gemeinderäte für ihr Votum geleitet", sagte Bürgermeister Hans Gradl, der vor den protestierenden Bürgern, die zum Großteil aus seiner Gemeinde stammten, auch bekannte: "Wir müssen dieses Projekt nicht mit aller Macht durchsetzen."

Ein deutliches Signal formulierte Hans Prüfling in Richtung der Befürworter, in dem er zum Ausdruck brachte, dass "mit allen legalen und demokratischen Mitteln versucht wird, dieses Vorhaben zu verhindern." Eine Unterschriftenaktion folgt dazu. "Finger weg vom Landschaftsschutzgebiet!" So lautet die ernstgemeinte Forderung der Solarparkgegner, deren erklärtes Ziel es ist, mit großer Unterstützung der Bevölkerung ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen.

Pläne für Photovoltaik

Die Firma Voltgrün aus Regensburg möchte auf dem Gelände mit der Flurnummer 640 der Gemarkung Schwarzach eine Photovoltaik-Freiflächenanlage erstellen. Dabei betonte Geschäftsführer Stefan Trummer vor versammeltem Gemeinderat im vergangenen Oktober, dass "die regionale und bürgernahe Umsetzung von Anlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien das erklärte Unternehmensziel sei". Der Gesamtflächenbedarf liegt bei 110 000 Quadratmeter. 36 000 Module sollen eine Leistung von 280 Kilowatt-Peak (Höchstleistung der Anlage) erbringen und den Strom über ein Stationsgebäude direkt in das 20-KV-Netz des etwa vier Kilometer entfernten Umspannwerks in Schwarzenfeld einspeisen. Voraussetzung für die Realisierung des Vorhabens ist eine Änderung des Flächennutzungsplanes mit Erstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes, was bereits teilweise auf den Weg gebracht wurde. Der Abschluss des Genehmigungsverfahrens wird nach derzeitigem Sachstand für Herbst 2018 anvisiert, die Inbetriebnahme innerhalb von 18 Monaten darauf. (mab)

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