10.05.2017 - 14:10 Uhr
Oberpfalz

Großes Polizeiaufgebot in Wölsendorf Vernehmungen am Einsatzort

Vor vier Wochen mündete die Flucht eines Traktorfahrers vor einer Polizeikontrolle in einen Großeinsatz, bei dem mehrere Schüsse abgegeben wurden. Die Ermittlungen dazu laufen weiter auf Hochtouren: Am Mittwoch war abermals ein großes Polizeiaufgebot in Wölsendorf.

Der Ortsausgang von Wölsendorf war der Ausgangspunkt für die Ermittler. Sie stellten den Einsatz am Gründonnerstag, als ein 45-Jähriger mit seinem Traktor vor einer Polizeikontrolle floh, für Vernehmungen vor Ort nach. Bild: Tietz
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Wer am Mittwochvormittag auf der Straße von Wölsendorf in Richtung Schwarzach unterwegs war, wird sich am Ortsausgang vielleicht über das dort versammelte Großaufgebot an Polizeikräften gewundert haben: Beamte, Ermittler des Landeskriminalamts, der Leiter der Staatsanwaltschaft Amberg, Joachim Diesch, Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier, Gutachter sowie der Rechtsanwalt des beschuldigten 45 Jahre alten Traktorfahrers trafen sich dort, um die Ereignisse des Einsatzes am Gründonnerstag noch einmal aufzuarbeiten.

Einsatz nachgestellt

"Eine Vernehmung der anderen Art": So beschrieb Albert Brück, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, die Szenerie. Zusammen mit den bei dem Einsatz vor vier Wochen beteiligten Polizeibeamten wurde die genaue Route des 45-Jährigen auf seiner Flucht vor der Kontrolle noch einmal abgefahren und der Einsatz nachgestellt. Nachdem es sich dabei um eine polizeiliche Vernehmung handelte, waren die jeweiligen Orte, an denen die Ermittler zugange waren, abgesperrt. Eine Nachfrage unserer Zeitung beim Landeskriminalamt in München zu den abgegebenen Schüssen blieb mit dem Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen unbeantwortet. Fest steht laut Polizeisprecher Brück aber, dass es im Verlauf des Einsatzes mehrere Schüsse gegeben hat. Wie er weiter bestätigte, wurden sie von mehr als einem Beamten abgegeben.

Zur Erinnerung: Nachdem Polizeibeamte den Verdacht hegten, dass der 45 Jahre alte Traktorfahrer betrunken sein könnte, wollten sie ihn am Gründonnerstag einer Verkehrskontrolle unterziehen. Doch der Mann hielt nicht an. Er missachtete sämtliche Signale der Polizei und suchte sein Heil in der Flucht. Auf seiner rund 30 Minuten langen Fahrt rund um den Schwarzacher Ortsteil Wölsendorf rammte er mehrere Einsatzautos der Polizei. Außerdem soll er mehrere Beamte gefährdet haben, indem er laut Polizei zum Beispiel genau auf sie zusteuerte.

Weiter in U-Haft

Im Laufe des Einsatzes zogen Polizisten ihre Waffe und gaben Schüsse ab. Eine Verletzung am rechten Unterschenkel des 45-Jährigen war auf den Schusswaffengebrauch zurückzuführen. Die Flucht des Mannes endete schließlich auf einer Wiese bei Wölsendorf, als ein Einsatzauto den Traktor rammte und zum Stehen brachte. Die weiteren Ermittlungen zum genauen Sachverhalt werden laut Brück noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Der 45 Jahre alte Tatverdächtige sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Er sieht sich mit dem Vorwurf des versuchten Mordes konfrontiert.

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