18.02.2018 - 20:00 Uhr

Versammlung der Erzeugergemeinschaft Für nachhaltigen Anbau

Das Unternehmen Burgis aus Neumarkt setzt verstärkt auf ökologisches Handeln und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Mit 80 Landwirten von zwei Erzeugergemeinschaften für Kartoffeln schließt die Firma einen neuen Anbau- und Liefervertrag, der drei Jahre gültig ist und auch einige Neuerungen beinhaltet.

Viele Rädchen greifen vom Rohstoff Kartoffel bis zum Hauptprodukt zusammen. Unser Bild zeigt (linke Reihe von vorne): Georg Hofer von Solana, Andre Nadler von der Firma Burgis und den Vorsitzenden der Erzeugergemeinschaft Stulln, Herbert Obermeier, sowie (von rechts) Johannes Seemeier von Burgis und Geschäftsführer Josef Irlbacher. Bild: ohr
von Herbert RohrwildProfil

Schwarzach/Wölsendorf. Herbert Obermeier, der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft Stulln, blickte bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Lorenz/Wölsendorf zunächst auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurück. Kritisch beleuchtete er das Konzept zum geplanten Bewässerungssystem und die Düngeverordnung. Bei derzeitigem Stand entziehe die Gülle-Regelung für eineinhalb Jahre Flächen aus der Bewirtschaftung für den Kartoffelanbau. Er bat das Amt, auf diese unverständliche Vorschrift Einfluss auszuüben.

Geschäftsführer Josef Irlbacher hob im Anschluss die reibungslose Organisation und die ausgezeichnete Lieferbereitschaft bei Eilterminen hervor. Wegen des Ausscheidens von zwei Beiräten war bei der Versammlung eine Ersatzwahl nötig. Die Mitglieder votierten einstimmig für Stefan Fick (Brensdorf) und Stefan Kiener (Mönchshof) als Nachrücker bis zum Auslauf der Periode.

Burgis-Einkaufsleiter Johannes Seemeier freute sich anschließend über Absatzsteigerungen der Hauptprodukte des Familienunternehmens: Kloßteig und Kartoffelknödel. Die eigene Pflanzgutvermehrung auf 25 Hektar im Raum Nabburg/Schwandorf gewährleiste gesundes Pflanzgut zu günstigen Konditionen für die Vertragsanbauer. Der Sprecher ging auf die rund 20 Einflussfaktoren wie Bodenbearbeitung, Jahreswitterung, Sortenwahl, Ernteverfahren und Bewässerung für die Kartoffelqualität ein. Laut Vertrag verpflichte sich der Partner gemäß der Öko-Präambel zu einem konventionellen, gentechnikfreien, ökologisch intensivierten und nachhaltigen Kartoffelanbau. Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel werde auf ein notwendiges Maß reduziert. Es werde von Ernte-Vorfrucht bis zur Ernte der Kartoffel kein Glyphosat eingesetzt.

Der Anbau- und Liefervertrag für die nächsten drei Jahre enthalte auch viele neue Punkte. Die Umsetzung unterstütze nachhaltiges Landwirtschaften noch stärker. Zukünftig werden vorrangig für Bienen ungefährliche Insektizide verwendet. Auf den Wirkstoff Maleinsäurehydrazid werde vollständig verzichtet, um mögliche Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in den Knollen zu vermeiden. Außerdem werde jeder Landwirt verpflichtet, zur Förderung der biologischen Vielfalt, einen Blühstreifen an seinem Kartoffelacker anzulegen.

Burgis übernehme Kosten für Bildungsmaßnahmen und schaffe auch finanziell Anreize: Der Qualitätszuschlag werde erhöht. Die Landwirte in den Erzeugergemeinschaften sind alle Teilnehmer des Programms "Geprüfte Qualität aus Bayern". Im Anschluss ging Georg Hofer von der Firma Solana auf verschiedene Sorten ein, nahm eine Bewertung vor und sprach Empfehlungen aus.

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