17.04.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenbach bei OberpfalzOberpfalz

Theater der KLJB Schwarzenbach sechs Mal ausverkauft Irritierende Liebschaften

Eine "kasert" schmeckende Sulz aus der Badewanne. Dazu turbulente, schwer zu durchblickende Kartenspiele, Business-Hochdeutsch an der Volkshochschule und das plötzliche Erwachen von Liebe unter Männern: Wo das möglich ist? In Schwarzenbach.

Etwas ungewohnt war es für die drei Junggesellen (v.li) Jakob Walberer als Bäcker Willi, Felix Bauernfeind als Franz , Nico Bergler alias Scorsch schon, dass sie plötzlich von drei so adretten Damen v.li. Tina Neumann, Marina Meier und Alina Bäumler bezirzt wurden. Aber so ganz schlimm fanden sie es dann doch nicht.
von Doris MayerProfil

Kein Stuhl blieb frei, kein Auge trocken bei den sechs Vorstellungen von "Rosinas letzter Wille". Die Theatergruppe der KLJB Schwarzenbach hatte sich wieder viel Mühe gemacht, ein humorvolles und ausgeklügeltes Stück auf die Bühne zu bringen.

Die drei Jugendfreunde und eingefleischten Junggesellen, Bauer Franz Meier (Felix Bauernfeind), Gastwirt Schorsch Ebenharter (Nico Bergler) und Bäcker Willi Meixner (Jakob Walberer), treffen sich, wie schon seit dreißig Jahren, zum Kartenspielen und auf "a Halbe". Dabei trauern sie ihrer gemeinsamen Jugendliebe, Rosina Heimerl, nach, die kurz nach der Schulzeit in die Stadt gezogen ist. "Niat amal für die Miss Germany dad ich mei Junggesellendasein aufgeben, aber bei der Rosina, da wär des wos anders", sind sich die drei einig.

Plötzlich stürmt die gute Magd Simone (Madeleine Thumfahrt) in die Stube und erklärt, dass sich ein Notar angemeldet hat. Kurz darauf treffen Notarin Anna Gruber (Corinna Bauernfeind) und ihr Sekretär Michael Heimerl (Johannes Meier) ein. Dieser macht sofort der Magd Avancen. Die Notarin eröffnet den drei Spezln, dass "ihre" Rosina verstorben sei und ein Kartenturnier entscheiden soll, an wen von den dreien die Millionen-Erbschaft gehen soll.

Die drei Freunde brechen in herzzerreißendes Schluchzen aus. "Rosina, die Matz, die meint wohl, dass die an Keil zwischen uns treiben kann", ärgert sich später Franz. Schließlich hat sie in Jugendzeiten auch gern so Spielchen veranstaltet. Dann tauchen noch die draufgängerische Maria Strohhofer (Tina Neumann), die beherzte Hedwig Tauber (Marina Meier) und die junge, naive Franziska Wallner (Alina Bäumler) abends im Wirtshaus auf und werfen sich den drei Junggesellen an den Hals. Dem Franz kommt das am nächsten Tag alles etwas spanisch vor: Die Notarin und ihr Sekretär, die neben Hochdeutsch immer wieder in Dialekt verfallen, die Nachnamensgleichheit von Rosina und dem Sekretär und dann noch das zeitgleiche Auftauchen der drei liebeshungrigen Grazien. Also legen sich die drei Freunde auf die Lauer. Schließlich merken sie, dass alles inszeniert ist. Rosina hält sich als Mann verkleidet im Dorf auf und gibt ihren Freundinnen Instruktionen. Im Grunde will sie nur testen, ob sie noch Chancen bei Bauer Franz hätte. Sogar Magd Simone wird mit ins Vertrauen gezogen.

Doch dann dreht Bauer Franz den Spieß um. Er gesteht seiner Magd, dass er "ans andere Ufer" geschwommen und mit Schorsch liiert ist. "Und der Willi ist mit dem Friseur vom Nachbardorf zusammen", setzt er in sanfter Stimme hinzu. Simone fällt aus allen Wolken. Nichtsdestotrotz: Das Kartenspiel-Turnier beginnt. Unter den gestrengen Augen der Notarin und ihres Sekretärs spielen die Freunde an "Grupften" unter Einsatz von Max, Pelle und Seucher oder hauen einen "Zwiefachen ohne Gamaschen" auf den Tisch, nicht ohne sich immer wieder verliebte Blicke zuzuwerfen. Auch Rosina ist irritiert. Ihr Plan, den Franz für sich zu gewinnen, scheint nun nicht mehr aufzugehen. Da ist guter Rat teuer.

Nach einem scheinbar plötzlichen Sinneswandel geben die drei Freunde den drei Verehrerinnen doch noch eine Chance und lassen sich verwöhnen. Kurz bevor es Rosina, die inzwischen als Kräuterweiberl verkleidet am Hof des Bauern eintrifft, vor Wut und Eifersucht zerreißt, lösen die drei Freunde die Verwirrungen auf. Ein Happy End folgt.

Mit der Auswahl des Stückes haben die beiden Regisseurinnen Sabine Thumfahrt und Susanne Schraml ein goldenes Händchen bewiesen und das Ganze mit ihren grandiosen Schauspielern gut in Szene gesetzt. Alle Darsteller bestachen durch Natürlichkeit, kernige Sprüche und unverkrampftes Schauspielern. Immer wieder schüttelte es das gesamte Publikum vor Lachen durch.

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