20.02.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenbach bei Oberpfalz

Auf den Spuren von Dr. Georg Walberer Festspielgründer mit Pechhofer Wurzeln

"Der Trenck vorm Tor": Jahr für Jahr strömen Touristen nach Waldmünchen, um mitzuerleben, wie weibliche Beherztheit anno 1742 das Städtchen vor der Verwüstung durch Franz von der Trencks berüchtigte "Panduren"-Freischar bewahrte. Doch wem verdankt die Stadt den bedeutendsten Besuchermagneten, das Freiluftfestspiel "Trenck der Pandur"?

Verbindungen zwischen Haidenaab und Bayerwald deckte Erhard Walberer (rechts) bei seinen Familienforschungen auf: Der Begründer der Waldmünchner Trenck-Festspiele, Georg Walberer, stammt aus Pechhof. Zweiter bis Fünfter von rechts: Reinhard Tietze aus Waldmünchen, Pressaths Bürgermeister Werner Walberer (Bruder Erhard Walberers), Michael Altmann aus Schwarzenbach (Verwandter), Heimatpflegebundvorsitzender Josef Neuber. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Es war ein Jurist mit Wurzeln in Pechhof bei Schwarzenbach, der das Bühnenstück in seine bis heute mit beständigem Erfolg inszenierte Textgestalt brachte: Dr. Georg Walberer. Verwandte des in Waldmünchen unvergessenen "Walberer Schorsch" leben auch heute noch in Schwarzenbach und Pressath.

Zu ihnen zählt Erhard Walberer, den man als Träger vieler Ehrenämter kennt: Jahre lang stand der pensionierte Bahnbeamte an der Spitze des SPD-Ortsvereins, des FC Dießfurt und des TSV Pressath, zählte zu den Gründern der LBV-Naturschutzgruppe und gehörte von 1990 bis 1996 dem Stadtrat an.

Familiäre Bande

Seit seiner Pensionierung führt der 67-Jährige die von seinen Verwandten Albert Walberer in Schwarzenbach und Walter Reim in Pfaffenhofen begonnene Familienforschung fort. Bei seinen Recherchen stieß er auf die familiären Bande in den Bayerwald. "Dr. Georg Walberers Vater, ein Bruder meines Urgroßvaters, hieß ebenfalls Erhard und war Bahnbeamter", fand er heraus. Um 1900 wurde der gebürtige Pechhofer nach Waldmünchen versetzt, wo er es zum Bahnhofsvorstand brachte. Seinem 1905 geborenen Sohn Georg, dem ältesten von 14 Kindern, eröffnete der tiefgläubige Katholik eine solide Bildung:

"1932 wurde Georg Walberer in Würzburg zum Doktor der Rechte promoviert." Als ein Jahr später die Nazis an die Macht kamen, verzichtete er aber auf eine "Rechtswahrer"-Karriere und setzte stattdessen sein musikalisches und schauspielerisches Talent zum Broterwerb ein.

"Parallel zum Jurastudium hatte Georg sich ja bereits am Würzburger Staatskonservatorium zum Solosänger schulen lassen und machte ab 1933 Karriere als Heldenbariton, auch bei den Bayreuther Wagner-Festspielen", weiß Erhard Walberer. 1950 fasste Georg Walberer den Text eines älteren Trenck-Schauspiels neu und übernahm die Regie für dessen Uraufführung beim Waldmünchener Heimatfest im selben Jahr:

Für enorme Verdienste

"Dabei hat er selbst die Hauptrolle des Franz von der Trenck gespielt." "Seinen" Festspielen blieb Georg Walberer auch in den folgenden Jahrzehnten als Regisseur und Hauptdarsteller treu - neben seinen Haupttätigkeiten in der Erwachsenenbildung und im Bundesverband für den Selbstschutz, zu dessen Landesstellenleiter er 1968 avancierte. 1975, vier Jahre vor seinem Tod, erhielt "da Schorsch" das Bundesverdienstkreuz. "Ohne ihn wäre Waldmünchen nicht, was es heute ist", urteilt Reinhard Tietze, der sich als Mitarbeiter des Trenck-Museums und des Festspielvereins sowie als Pfarrerdarsteller im Schauspiel dem Andenken Georg Walberers verpflichtet fühlt: 2013 renovierte er dessen Wohnhaus.

Wer sich für das Trenck-Festspiel und Begründer Georg Walberer interessiert, ist eingeladen, am 4. August an einer von Erhard Walberer organisierten Fahrt mit Stadt- und Museumsbesichtigung sowie Besuch einer Aufführung teilzunehmen. Zuvor, am 11. März ab 14 Uhr, referiert Walberer im Dießfurter Sportheim über seinen Verwandten, Auskunft dazu unter der Telefonnummer 0 96 44 / 88 39.

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