Gemeinde Schwarzenbach saniert altes Pfarrhaus zu neuem Bürgerhaus
Denkwürdig und barrierefrei

Das alte Pfarrhaus wird den Anwohnern künftig als "Bürgerhaus" zur Verfügung stehen. Bild: bjp
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Schwarzenbach
07.12.2016
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Als die kirchlichen Stellen vor einem Jahr einem Tausch des alten Pfarrhofs zustimmten, machten sie zur Bedingung: entweder Sanierung und öffentliche Nutzung oder Abriss. Für Bürgermeister Thorsten Hallmann stand die Entscheidung schnell fest.

"Weil das Pfarrhaus ein identitätsstiftendes Gebäude ist und wir zudem auf einen Zuschuss aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Bundes hoffen durften, war es für uns eine leichte Entscheidung." Bei der Bürgerversammlung erläuterte er die Zukunft des Pfarrhofs als gemeindliches "Bürger- und Kulturhaus".

Planerisch und finanziell seien die Weichen dank des "schnellen entschlossenen Handelns" von Gemeinderat und Verwaltung gestellt: "Aus dem Investitionsprogramm wurden uns 450 000 Euro zugesagt, die Regierung der Oberpfalz hat den vorzeitigen Maßnahmenbeginn bewilligt." Die Umbaukosten für den barrierefreien Umbau würden auf 780 000 Euro geschätzt: "Doch der befriedigende bauliche Zustand des Hauses und seine ortsgeschichtliche Bedeutung rechtfertigen diesen Aufwand."

Nach Bearbeitung des endgültigen Zuschussantrags und des Bauantrags habe die Gemeinde bis 2020 Zeit, das Vorhaben zu verwirklichen. Am äußeren Erscheinungsbild werde sich wenig ändern, kündigte Hallmann an: "Vor allem bleibt das schöne Hauptportal erhalten." Rückseitig erhalte das Haus einen "dezenten" Anbau mit behindertengerechtem Zugang und Aufzug. Im Erdgeschoss seien ein "Bürgerzimmer" für Gemeinderats- und Vereinssitzungen sowie Volkshochschulkurse und ein Zimmer für ärztliche und therapeutische Sprechstunden vorgesehen, im Dachgeschoss könnten eine Gemeindebücherei, die Mutter-Kind-Gruppe und eine Hausaufgabenhilfe unterkommen. Ein weiterer Schritt zu mehr Lebensqualität sei die Verbesserung des Fernmeldenetzes, betonte der Bürgermeister.

Die ursprünglich geplanten Ausbaumaßnahmen hätten sich indes erübrigt, weil die Telekom mit Hilfe der vereinfachten "Vectoring"-Technik Datenraten zwischen 30 und 100 Megabit pro Sekunde über das bestehende Netz anbieten könne: "Dies ist für die Gemeinde kostenlos, und damit werden sogar die zugewiesenen Fördergelder des Freistaats entbehrlich." Auf eines wies Hallmann nachdrücklich hin: "Die höheren Datenkapazitäten stehen den Internetnutzern nicht automatisch zur Verfügung. Wer schneller im Internet surfen will, muss seinen Vertrag ändern lassen."

Die Telekom werde die Schwarzenbacher informieren, wann eine Umstellung möglich sei. Prüfen werde die Gemeinde, ob schnellere Datenanschlüsse für die Weiler zu günstigen Konditionen möglich seien. (Kasten)

ChanceNoch keine klare Ansage gibt es über den Verlauf der Gleichstromtrasse, betonte Bürgermeister Thorsten Hallmann. Feststeht: Eine Strecke, die von Tennet vorgeschlagen wurde, könnte die Gemeinde am nordöstlichen Rand berühren.

Die Verwaltungsgemeinschaft Pressath habe jedoch auf mehr als 20 potenzielle Hindernisse in ihrem Gebiet für diese Trasse hingewiesen. Schwarzenbach werde zudem die interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden ausweiten, betonte Hallmann. Dies betreffe vor allem den weiteren Ausbau diverser Rad- und Wanderwege und die Modernisierung des Bahnhofareals. Er hofft, dass das Projekt "Freizeitsee Dießfurt" fortgeführt werden kann. "Es ist eine Chance für Schwarzenbach." (bjp)
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