Ausstellung im Turmmuseum
Lob von höchster Stelle

Am berühmten Wallfahrtsort Altötting lebte und betete der heilige Bruder Konrad von Parzham 41 Jahre lang, bis zu seinem Tod 1894. Der Kapuziner und Pförtner wurde von ungezählten Menschen als gottverbundener Menschenfreund erfahren. Bilder: Dobler (3)
Kultur
Schwarzenfeld
06.04.2018
49
0

So einen Besucher hat das kleine Turmmuseum noch nicht gesehen. "Als er mich angerufen hat, dass er vorbei kommt, konnte ich erst gar nichts sagen." Aber gefreut hat sich Franz Schieder schon - über das Interesse seines seltenen Gastes und den schönen Eintrag ins Museumsbuch.

Wer möchte, kann diesen handschriftlichen Eintrag am Sonntag selbst nachlesen, denn das Turmmuseum in der Alten Pfarrkirche beendet seinen "Winterschlaf" und hat wieder geöffnet. Zu sehen sind die mit vielen Exponaten unterfütterte Ausstellung über den heiligen Bruder Konrad, den wohl jeder Altötting-Besucher kennt, und eine Schau mit dreidimensionalen Andachts-Szenen, die zum Schutz vor Zeit und Schmutz unter Glas stehen - sogenannten "Glasstürzen".

Mitte Januar dieses Jahres meldete sich der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer bei Franz Schieder und seiner Frau Luise, die seit fast zwei Jahrzehnten das Museum im Turm der Kirche in Eigenregie führen und die unterschiedlichen Ausstellungen gestalten. Voderholzer war auf dem Weg von Erbendorf nach Regensburg und hatte Maria Baumann dabei, die Leiterin des Fachbereichs Kunst- und Denkmalpflege und der Diözesanmuseen.

Danke für die vielen Zeugnisse der Volksfrömmigkeit.Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer


Die beiden ließen sich von Schieder durch die Räume führen und die ausgestellten Stücke erklären. Sie zeigten besonderes Interesse an einer orientalisch anmutenden Osterrieder-Krippe. Sebastian Osterrieder war ein deutscher Bildhauer. Er gilt als "der Mann, der die Weihnachtskrippe wieder neu entdeckte und schließlich zur Blüte brachte". Voderholzer lobte abschließend "die liebevolle Sorge um die Volkskunst und die vielen Zeugnisse der Volksfrömmigkeit", die er beim Ehepaar Schieder und dem Museum bemerkt hatte.

Schwerpunkt der Schau ist der heilige Konrad von Parzham (bürgerlich Johann Birndorfer), der vor 200 Jahren im heutigen Landkreis Passau auf die Welt kam. In wenigen Tagen, am 21. April, jährt sich auch Konrads Todestag. Er starb 1894 in Altötting, wo er als Laienbruder aus dem Kapuzinerorden bekannt wurde.

Sonntag offenSaisoneröffnung im Museum im Turm der alten Pfarrkirche ist am Sonntag, 8. April, von 15 bis 17 Uhr. Zu sehen gibt es die Sonderausstellungen "Heiliger Bruder Konrad - 200. Geburtstag" und "Glasstürze". Für die geplante, neue Sonderausstellung "Sterbebilder" können die Sterbebilder, die zur Verfügung gestellt werden, ebenfalls von 15 bis 17 Uhr abgegeben werden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.