06.03.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenfeld

Mundart im Mittelpunkt Mit Couplets Richtung Dialekt

"Bairisch" steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung im Restaurant "Miesberg". Denn Gerhard Holz aus Obermenzing informiert über den Dialekt und die süddeutsche Hochsprache.

Gerhard Holz vom "Förderverein Bairische Sprachen und Dialekte" hat sich zum Ziel gesetzt, den Menschen die Mundart nahe zu bringen. Er trat zusammen mit "Quetschn Helle" auf und der Kapelle "Bayerisch-Böhmisch Blech", einem Ableger der Jurablaskapelle Pilsheim.
von Richard AltmannProfil

Einmal im Jahr, immer im Frühling, lädt der Trachtenverein "Miesbergler" Schwarzenfeld zu einem Mundartnachmittag ein. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der große Saal im Restaurant "Miesberg". Vorsitzende Lisa Wilhelm freute sich bei ihrer Begrüßung ganz besonders über die Anwesenheit der beiden Hauptakteure des Nachmittags, Gerhard Holz und Helmut Pehl.

Holz gilt als "baierischer Botschafter der Mundart". Aus München stammt sein musikalischer Unterstützer Helmut Pehl, besser bekannt als "Quetschn Helle". Dieser sollte die Couplets von Gerhard Holz begleiten. Den großen musikalischen Rahmen bildete die Gruppe "Bayrisch-Böhmisch-Blech".

Scharf als Fan

Unter den Gästen konnte Lisa Wilhelm auch den stellvertretenden Landrat Jakob Scharf aus Steinberg willkommen heißen. Scharf zeigte sich als Fan der Mundart und des Hauptakteurs Gerhard Holz. Die beiden hatten sich bei einer Veranstaltung vor einigen Jahren kennen gelernt. Scharf wies auf die Wichtigkeit des Dialektes hin: "Selbst in den Schulen hat man erkannt, dass der Dialekt unbedingt dazu gehört."

Nach diesen einleitenden Worten übernahm Gerhard Holz das Programm. Er begann mit einem Lied und stellte in der Folge mit seinem Repertoire das Münchner Liedgut vor. Er berichtete über die Entstehung der Couplets im 19. Jahrhundert in München, als sich die Stadt zu entwickeln begann. Die Handwerksleute kamen von außerhalb und wohnten in den Vorstädten; dort hat man sich am Abend getroffen, dabei sind die Lieder entstanden. Sie beschrieben meist das Leben und die Tätigkeit der Menschen.

Holz zeigte den Sprachraum auf, in dem bairisch gesprochen wurde. Dieser Raum erstreckte sich weit über die Grenzen des heutigen Bayern hinaus. Bayern schreibt man noch nicht so lange mit y. Diese Schreibweise wurde von König Ludwig I. eingeführt.

"I lern boarisch"

Der bairische Sprachraum unterteilt sich in nordbairisch, zum dem auch der Oberpfälzer Dialekt gehört, mittel- und donaubairisch sowie südbairisch. Der südbairische Sprachraum geht bis Kärnten. Holz erklärte den Aufbau der bairischen Sprache und die Entstehung der verschiedenen Laute. Der bayerische Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer hat mit seinen Mitarbeitern eine Sprachtafel entwickelt: "I lern boarisch". Sie zeigte Holz dem Publikum. Auf der Sprachtafel werden die bairischen Laute erklärt. Sie soll dazu dienen, allen die baierische Sprache näher zu bringen.

Gerhard Holz und der "Quetschn Helle" ernteten großen Beifall für die kurzweilige Unterhaltung. Das galt auch für "Bayrisch-Böhmisch-Blech", die mithalfen, dass die Besucher auf ihre Kosten kamen.

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