06.09.2014 - 00:00 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Kirche "Mariä Himmelfahrt" vor 60 Jahren geweiht - Baukörper kommt damals nicht gut an Kein Jubel im Jubiläumsjahr

Nicht nur das "ä" im Namen bereitete vor 60 Jahren den meisten Pfarreiangehörigen Probleme. Auch die neoromanische Form der Kirche kam nicht gut an. Aus "Mariä Himmelfahrt" wurde also kurzerhand "Marienkirche" - und an das Äußere des wuchtigen und schlichten Baukörpers hat man sich im Laufe der Jahre gewöhnt. Ein richtiges Jubiläumsfest gab es heuer trotzdem nicht.

52 Meter ist die Kirche "Mariä Himmelfahrt" lang, die vor sechs Jahrzehnten geweiht wurde. 40 Meter ragt der Turm in die Höhe. An den architektonischen Stil der Kirche konnten sich die Schwarzenfelder lange nicht so recht gewöhnen. Bilder: Dobler (2)
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Pfarrer Heinrich Rosner, der seine Aufgabe in Schwarzenfeld vor einem Jahr übernommen hat, wies in einem Gottesdienst immerhin auf das Jubiläum der Kirche hin: "Vor 60 Jahren entstand neben der Amberger Straße nicht weit von der Schule, nahe am Kindergarten und am Kloster, die Kirche Mariä Himmelfahrt. Das Gotteshaus wurde in einer Zeit des Aufbruchs nach dem 2. Weltkrieg gebaut. Das Leben hatte sich normalisiert. Die meisten Männer, die den Krieg überlebten, waren zu Hause. Da begann der Neubau."

Die Pläne für die neue Kirche zeichnete damals Architekt Otto Weinert aus München, der sich stilistisch an das Mittelalter anlehnte - an die Epoche der Romanik, also die Zeit vor tausend Jahren. "Monoton" und "überlang" hieß es in ersten Urteilen, überdies wirke die Westseite mit dem Eingang "nicht genügend belebt und aufgelockert". Außerdem ziehe der Anbau der Sakristei das massive Kirchendach noch weiter abwärts; und schließlich fehle dem Turm "die rechte organische Bindung mit der Kirche". Viel Kritik also, von der allerdings der Innenraum der Kirche ausgenommen wurde. Er sei "durchaus ansprechend". Ein Professor Mayer schlug sich damals für den Architekten in die Bresche. Der Bau sei eine "Station auf dem steinigen Weg, die Kirchenbaukunst in die Zukunft zu begleiten", argumentierte er etwas vage. Tatsache war, dass schon zehn Jahre nach der Einweihung eine erste Turmrenovierung nötig wurde, weil die großen Dach- und Außenflächen Wind und Wetter gute Angriffsflächen boten. Auch mit der Innenheizung gab es massive Probleme, die erst 1975 behoben wurden.

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