Nicht mehr in Osten, sondern nach Schwandorf - Schwarzenfeld will Zweckverband beitreten
Neue Wege für Klärschlamm

Geplant ist, dass der Klärschlamm aus der Schwarzenfelder Kläranlage auch weiterhin vor Ort vorgetrocknet wird (Bild) und er dann nach Schwandorf kommt, wo ihm weitere Feuchtigkeit entzogen wird. Bild: Dobler
Lokales
Schwarzenfeld
12.08.2014
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"Das ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit - und besser, als das Zeug in den Osten zu fahren", zeigte sich Zweiter Bürgermeister Peter Neumeier überzeugt. Das sahen auch die anderen Markträte so, so dass das Plenum einstimmig für einen Beitritt in einen neuen Zweckverband votierte, der sich um die Verwertung von Klärschlamm kümmern wird.

Klärschlamm wurde bislang gerne auf Felder ausgebracht; das wird aber zunehmend kritisch gesehen, weil sich in dem Schlamm Schwermetalle und Schadstoffe befinden.

In Schwarzenfeld ist man daher vor einigen Jahren dazu übergegangen, den Klärschlamm mit einer mobilen Trocknungsanlage auf etwa 20 Prozent zu entwässern und dann nach Ostdeutschland verfrachten zu lassen, wo er unter anderem der Rekultivierung von Flächen dient. Aber auch dieses Methode hat einen Haken: denn dieser "Klärschlammtourismus" ist aufgrund des Transportaufwands ökologisch problematisch. So hat der Landkreis durch ein Ingenieurbüro prüfen lassen, ob man den Klärschlamm nicht landkreisweit verwerten könnte. Dabei kam auch der Name Schwarzenfeld ins Spiel, als die Planer über eine zentrale Trocknungsanlage nachdachten. Doch das ist schon wieder vom Tisch, nachdem der Zweckverband zur Müllverwertung Schwandorf ZMS angeboten hatte, auf seinem Betriebsgelände so eine Trocknungsanlage zu errichten. Die Vorteile für diese Lösung: zentrale Lage, Infrastruktur und Logistik vorhanden. Dazu muss ein Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung (ZTKS) gegründet werden, dem Schwarzenfeld angehören wird.

Konkret bedeutet das: Der Klärschlamm wird weiterhin in Schwarzenfeld bis auf 25 Prozent Trockensubstanzgehalt vorgetrocknet und dann nach Schwandorf transportiert. Dort wird ihm dann die restliche Feuchte entzogen, so dass er dem Zementwerk Burglengenfeld als regenerativer Brennstoff zur Zementklinkerherstellung dienen kann.
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