27.08.2014 - 00:00 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Orgelkonzert der Dekanatskantorin in der Christuskirche - Neues Instrument vorgestellt Zehn Register für Bach und Co.

Werke aus der Barockzeit erklangen am Wochenende auf der neuen Orgel der Christuskirche, als Dekanatskantorin Kerstin Schatz mit einem Konzert die Möglichkeiten und den Klangreichtum des Instruments vorstellte. Die Veranstaltung muste vorher zweimal aus Termingründen verschoben werden, bis sie nun die evangelische Kirche als Aufführungsort ansprechender klassischer Musik etablierte.

Die Zuhörer wurden von Kerstin Schatz zum Hören und Sehen auf Empore eingeladen, um das Orgelspiel mit Händen und Füßen und den Umgang mit dem Instrument, die Manualwechsel sowie die Registrierungen aus nächster Nähe zu erleben. Bild: wgw
von Redaktion OnetzProfil

Am Samstagabend fand sich eine Schar von interessierten Musikliebhabern in der Christuskirche Schwarzenfeld ein, um ein Konzert mit der "Königin der Instrumente" zu erleben. Dekanatskantorin Kerstin Schatz aus Amberg stellte die frisch renovierte, nun auf zwei Manuale und zehn Register erweiterte Orgel mit den ihren neuen Klangfarben und Möglichkeiten vor. Die Interpretin wählte dazu Orgelliteratur aus verschiedenen Epochen aus.

Filigraner Charakter

Werke der Barockzeit, filigran und durchsichtig im Charakter, standen im Mittelpunkt. Durch viele Manualwechsel erreichte sie Abwechslung im Klang und konnte sämtliche Möglichkeiten und Registerkombinationen der Orgel hörbar machen. Eine bunte Mischung aus traditionellen Stücken und außergewöhnlichen Kompositionen präsentierte die Vielfältigkeit der Orgel und sorgte so für ein kurzweiliges Konzert.

Die Zuhörer waren zum Hören und Sehen auf Empore eingeladen, um das Orgelspiel mit Händen und Füßen und den Umgang mit dem Instrument, die Manualwechsel, die Registrierungen aus nächster Nähe zu erleben. So bei den "vier Praeludien pro organo pleno" von Joh. L. Krebs, die zwar unterschiedlich im Charakter sind, aber alle eine große Leichtigkeit und Fröhlichkeit ausstrahlten. Es folgte "Präludium und Fuge C-Dur" BWV 531 von J. S. Bach, das mit einem virtuosen Pedalsolo begann und mit schnellen Koloraturen und mächtigen Akkorden das volle Orgelwerk erklingen ließ.

Das "Orgelkonzert in B-Dur" von Joh. Gottfried Walther (1684-1748) zeigte mit seinen vier sehr unterschiedlichen und charaktervollen Sätzen, mit virtuosen Läufen und schnellen Manualwechseln, etwa im großer Finalsatz (Allegro) mit vollem Klang auf Hauptwerk und Pedal und echoartigen Einwürfen auf dem zweiten Manual die Möglichkeiten der neuen Orgel.

Das Werk von G. Fischer, in dem der Komponist den Choral "Geh' aus, mein Herz" im Stil W. A. Mozarts bearbeitete, zauberte den Zuhörern ein Lächeln auf die Lippen. Hier konnte erneut die klangliche Vielfalt der neu restaurierten und erweiterten Orgel gehört werden: Vom zarten 8" über die Soloregistrierung mit Sesquialter bis hin zum vollen Werk des Finales. "Mozart Changes" von Z. Gárdonyi (*1946) ist selten auf einer Kirchenorgel zu hören und etwas ganz besonderes: jazzige Klänge, entwickelt aus zwei Mozartmotiven der Klaviersonate KV 572.

Fragen beantwortet

Das "Menuet gothique" aus der Suite Gothique von L. Boellmann (1862-1897 ) führte zurück in die klassische Musikrichtung der Orgel. Einen ruhigen Abschluss bildete der bekannte Kanon von Pachelbel und zeigte noch einmal die gesamte Bandbreite des Orgelklanges.

Im Anschluss an das Konzert wurden von den Besuchern vielfältige Fragen zum Thema Orgelspiel, zum Instrument und zur Ausbildung gestellt und von Kerstin Schatz beantwortet, bevor das Konzert im Gemeindehaus bei einem gemütlichen Empfang "ausklang".

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