22.08.2014 - 00:00 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Pumptrack ist das Vereinsheim der Woodstokers Mental stark für Stock und Stein

Es ist genau dieser Moment, kurz vor dem Sturz doch noch stehen zu bleiben, was den Nervenkitzel beim Downhill-Fahren ausmacht (trotz Sattel stehen die Radsportler). Markus Gürster und Florian Müller, der Abteilungs- bzw. stellvertretende Abteilungsleiter der Woodstokers und leidenschaftliche Downhiller, beschreiben diesen Kick so. Müller faszinieren auch die Geschwindigkeiten, "die man fahren kann" in den Parcours.

Steilwandkurven oder Sprünge gehören zu einem Pumptrack. Die Sportler treten nicht, sondern nehmen durch pumpendes Drücken Fahrt auf.
von Autor ELDProfil

Mit dem Downhill-Racing-Team (sieben Personen) sind die Woodstokers den ganzen Sommer über in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Heuer machen sie unter anderem bei der Deutschen Downhillserie mit. Die Biker benutzen meist eine Seilbahn, um dann mit ihren Spezialrädern möglichst schnell und ohne Sturz, zum Beispiel eine Strecke mit losen Steinen, glatten und diagonal verlaufenden Wurzeln, weiten Sprüngen oder starken Schlägen abzufahren.

Verpackt in eine Schutzausrüstung ist das Verletzungsrisiko nicht größer als bei anderen Sportarten. Gefährlich wird es bei Unvorhersehbarem, wie Tiere oder Wanderer, auf der Strecke. "Wir sehen sie nicht und sie sehen uns nicht." Die Downhill-Fahrer sind, auch wenn es den Eindruck macht als würden sie Kopf und Kragen riskieren, keine Glücksritter. Unerfahrenheit und Selbstüberschätzung ist ein schlechter Mitfahrer.

Kraft und mentale Stärke sind vonnöten. Der 20-jährige Florian Müller spricht von einem Mentalsport. "Drei bis fünf Minuten braucht es volle Konzentration." Nach dem Training stehen bei Wettbewerben ein Qualifizierungs- und ein Wertungslauf an.

Die Szene (300 bis 400 Leute bei Rennen) kennt sich. Sie hat sich auch schon in den vergangenen Jahren in Knölling, der Bikestrecke der Woodstokers, getroffen. Im nächsten Jahr versprechen, Gürster und Müller, soll es wieder soweit sein. Doch die Abteilung beschränkt sich nicht nur aufs Downhill-Fahren.

Stefan Kasparides schaufelt am Pumptrack, der zurzeit hinter dem Sportpark entsteht. "Wenn er heuer noch fertig werden würde, das wäre schon schön." Es ist kein Trainings-Parcours für die Downhill-Sportler, sondern vielmehr der Treffpunkt, das Outdoor-Vereinsheim, der jüngsten Sparte des 1. FC, gegründet 2011. "Damit können alle was anfangen ", sagt der Student Gürster und Florian Müller nickt. "Hier braucht's keine Spezialräder und kein besonderes Training. Wir", erklärt Gürster und meint die Downhill-Fahrer, "nutzen das mal für einen gemütlichen Nachmittag". 45 Mitglieder zählen die Woodstokers. Von Moutainbiken über Enduro-Fahren bis hin zu Slopestyle bieten sie alles. Es sind durch die Bank junge Leute, in den Zwanzigern oder darunter. Mit dem Pumptrack haben sie sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, an dem sie mit viel Muskelkraft beim Schaufeln Hand anlegen. Ein örtlicher Unternehmer steuert für die Erdarbeiten an Wochenenden Baumaschinen bei und auch geeignetes Material wird kostenlos herangekarrt. Voll hinter ihren sportlichen Plänen steht der Hauptverein. Mitglieder griffen der jungen Gruppe vor allem bei der Planung und Genehmigung ihres Treffs unter die Arme. Der erste Teil ist fertig und der Start so gut wie. Den ersten Teil Probefahren und zeigen wie's geht, da lässt sich keiner lange bitten und drauf haben sie's natürlich auch.

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