"Regierung hat in 20 Jahren die Hälfte des Personals abgebaut" - Bezirksversammlung im ...
Forstleute schlagen Alarm

Lokales
Schwarzenfeld
27.04.2013
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Die bayerischen Forstleute wollen sich nicht länger aufreiben zwischen den ökonomischen und ökologischen Herausforderungen des Waldumbaus und schlagen Alarm. "In den letzten 20 Jahren hat die Staatsregierung die Hälfte unseres Personals abgebaut", klagte Landesvorsitzender Gunther Hahner (Schweinfurt) bei der Bezirksversammlung des "Bundes Deutscher Forstleute" am Freitag im Jugendheim. Kein anderer Bereich des öffentlichen Dienstes habe so bluten müssen wie die Forstverwaltung.

"Gefährdet die bayerische Forstpolitik die Nachhaltigkeit?" fragten deshalb die beiden BDF-Bezirksvorsitzenden Oswald Hamann (Floß) und Alwin Kleber (Pfreimd) den Vorsitzenden des Landwirtschaftsausschusses, Albert Füracker. "Natürlich nicht", antwortete der Neumarkter CSU-Abgeordnete. Er sieht die Forstwirtschaft durchaus im Spannungsfeld verschiedener Interessensgruppen. Die holzverarbeitende Industrie brauche immer mehr Rohstoffe, die Naturschützer warnten vor übermäßigen Einschlägen und die Ökologen sähen die Funktion des Waldes gefährdet.

Albert Füracker machte die Bedeutung der Forstwirtschaft in Bayern an Zahlen fest. Ein Drittel der bayerische Landesfläche sei bewaldet, jeder dritte Festmeter in Deutschland stamme aus Bayern, und die Holz- und Papierbranche stehe in der Hierarchie der Industriezweige mit 35 Milliarden Jahresumsatz und 190 000 Beschäftigen an fünfter Stelle. Trotz dieser gewaltigen Umsätze wachse jährlich mehr nach als dem Wald entnommen werde. Der Abgeordnete zog daraus den Schluss: "Wir nützen und schützen den Wald". Beim Umbau warnt Albert Füracker vor einer "Ver-Buchung der Wälder" und appellierte an die Forstleute: "Vergesst mir die Fichte nicht ganz!"

Auf gutem Weg

Zufrieden ist der gelernte Landwirtschaftsmeister aus Neumarkt mit der Zusammenarbeit der Jäger, Forstwirte, Waldbesitzer und Landwirte und stellte fest: "Hier sind wir auf einem guten Weg". Albert Füracker sieht mit den gesellschaftlichen Veränderungen neue Herausforderungen auf die Verantwortlichen zukommen. Stichwort "Geocaching". Wenn Kinder und Jugendliche mit dem Navi heute im Wald nach Schätzen suchten, sträubten sich den Jägern und Waldbesitzern die Haare. "Jugendverbände dagegen sehen darin eine gute Möglichkeit, den Nachwuchs hinaus zu locken und mit der Natur vertraut zu machen", so Albert Füracker.

Wie steht es aber mit der Nachhaltigkeit beim Personal? Der CSU-Abgeordnete verteidigte die bis 2019 dauernde Reform und betonte: "Die Politik hat die Aufgabe, vernünftig mit den Steuergeldern umzugehen". 42 Prozent der staatlichen Ausgaben seien Personalkosten. Lediglich bei der Polizei und der Lehrerschaft habe die bayerische Staatsregierung von Stellenstreichungen abgesehen. Alle anderen Bereiche seien dagegen vom Personalabbau betroffen.

Der BDF-Bezirksverband hat 350 Mitglieder. Seit 60 Jahren sind Peter Fromm (Regensburg) und Georg Windisch (Burglengenfeld) dabei. Urkunde und Nadel für 40-jährige Treue erhielt Reinhold Schnurrer (Cham). Für 25-jährige Zugehörigkeit wurde Wolfgang Schödl (Neusorg) geehrt.
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