20.08.2014 - 00:00 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Trachtenverein macht sich für alte Tradition stark, die auf eine Marienlegende zurückgeht Frauen bringen Kräuterbuschen zur Weihe

von Redaktion OnetzProfil

. Der "Große Frauentag" ist in Altbayern ein hohes Kirchenfest. Bereits im 10. Jahrhundert hat die Kirche die Kräuterweihe vorgenommen. Die entsprechende Vorabendmesse in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gestalteten die "Schönseer Moidln" musikalisch. Die Kräuterbuschen wurden von den Mitgliedern des Trachtenvereins jeweils vor den Gottesdiensten in der Marien- und Miesbergkirche zum Verkauf angeboten.

Die Frauen des Trachtenvereins "D' Miesbergler" brachten die gebundenen Kräuterbuschen zur Weihe in die Kirche. Früher wurden die Büschel nach der Weihe an einem schattigen Platz kopfüber aufgehängt, getrocknet und aufgehoben, teilweise an das Vieh verfüttert oder je nach Region im Osterfeuer verbrannt. Die Kräuterbuschen in getrockneter Form sollen nach alter Sitte Segen für Haus und Stall bringen und Unheil von Familie und Tier abwenden.

Die Tradition des Kräutersammelns geht auf die Marienlegende zurück, nach der am dritten Tag nach dem Begräbnis Mariens die Apostel ihr Grab aufsuchten und statt Maria verschiedene Heilkräuter vorfanden. Die 30 Tage nach Mariä Himmelfahrt (auch als "Frauendreißiger" bekannt), sind die Zeit des Kräutersammelns, da diese dann besonders heilkräftig und wirksam sind. Denn die Kraft steckt noch in den Blüten, später dann in den Wurzeln. Die Zahl der gesammelten Kräuter ist immer eine heilige Zahl oder ein Vielfaches davon, wie 7 (nach der Zahl der Wochen- und Schöpfungstage), 3 oder 9 (für die hl. Dreifaltigkeit), 12 (nach den Aposteln und den Stämmen Israels), 14 (nach den Nothelfern). Den Mittelpunkt des Kräuterbuschen bildet die Königskerze oder auch Wetterkerze genannt. Drumherum werden Heilpflanzen wie Johanniskraut, Wermut, Blutweiderich, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Eisenkraut, Fünffingerkraut, Frauenmantel, Minze, Wiesenknopf, Kamille, Lavendel, Salbei, Thymian und die verschiedenen Getreidearten angeordnet. Aus dem Garten kommen Sonnenhut, Zinnien, Zitronenmelisse, Ringelblumen, Goldrute, Borretsch und Dahlien hinzu.

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