04.02.2004 - 00:00 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Trotz Verkehrszunahme auf der A 93: Voraussetzung für Schutzwälle nicht erfüllt Weniger Lärm durch Spezialbelag

von Claudia Völkl Kontakt Profil

Autobahnlärm, leidgeplagte Bürger: Zwei Stunden beschäftigten sich Politiker, Autobahndirektion, Bürgermeister, Polizei und Hilfsorganisationen gestern in Schwarzenfeld mit dem Thema Lärmschutz an der A 93. Versprechungen konnten Politiker und Autobahnbauer aufgrund der Gesetzeslage nicht machen. Doch bei künftigen Streckensanierungen soll mehr Lärm durch einen speziellen Fahrbahnbelag aus Split-Mastix geschluckt werden.

Extreme Zunahme

MdB Klaus Hofbauer hatte die Runde organisiert, um die A 93-Problematik mit dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, Eduard Oswald, und den Vertretern der Autobahndirektion Nordbayern, Präsident Karl Wiebel und Baudirektor Wolfgang Würker zu erörtern. "Meinungen aufnehmen" wollte Oswald in erster Linie. Bürgermeister Manfred Rodde schilderte das "brennendes Lärmproblem" an der A 93 im Raum Schwarzenfeld. Er war sich mit Hofbauer einig, dass die A 93 ein Impulsgeber für die Region sei. Doch der Verkehr wächst rasant. Die Zahlen der Autobahndirektion sprechen für sich: Im Jahr 2000 befuhren die A 93 zwischen Pfreimd und Schwandorf täglich 30 000 Fahrzeuge. 2015 wird die Belastung um Schwandorf herum bei 55 000 Fahrzeugen liegen. Aber momentan haben Bürger und Kommunen an Alttrassen schlechte Papiere, komme hier doch nur eine Lärmsanierung - mit wesentlich ungünstigeren Grenzwerten - statt eine Lärmvorsorge in Frage. Wo die Werte überschritten werden, bietet die Autobahndirektion Lärmschutzfenster an. Die Voraussetzungen für aktiven Lärmschutz, also Wälle oder Wände, seien nicht erfüllt.

Der Wernberg-Köblitzer Bürgermeister Georg Butz kritisierte, dass den Berechnungen für Lärmschutzmaßnahmen veraltetes Zahlenmaterial zugrunde liege, obwohl es neue Werte gebe. "Dann wären wir ein Stück weiter". Wiebel bezweifelte dies mit Blick darauf, dass bei einer 50-prozentigen Verkehrszunahme der Lärm um weniger als drei Dezibel zunehme.

Auf den Prüfstand

Günther Vierl, Chef der Autobahnpolizei, machte für den 20-prozentigen Anstieg der Unfallzahlen in drei Jahren überhöhte Geschwindigkeit und das zu unterschiedliche Tempo der Brummis und Pkw verantwortlich. Bei partiellen Tempobeschränkungen und Lkw-Überholverbot "werden wir den Bereich hier auf den Prüfstand stellen", sagte Präsident Wiebel zu. Thematisiert wurden noch die hohen Feuerwehr-Ausrüstungskosten der Kommunen an der A 93 und das eklatante Lkw-Parkplatzproblem. Auch Hofbauer unterstrich: Das Thema müsse mit Nachdruck weiterverfolgt werden.

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