Bauausschuss entscheidet positiv
"Außenbereich" als Dauerthema

Das blaue Gebäude ist ein Wasserwerk, schräg gegenüber soll ein Wohnhaus entstehen. Um das gemeindliche Einverständnis zum Bauplan gab es einige Diskussionen, weil hier nach Meinung der Verwaltung ein Fall von "Bauen im Außenbereich" vorzuliegen schien. Bild: Dobler
Politik
Schwarzenfeld
10.04.2018
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Wie sich die Zeiten ändern: Vor exakt fünf Jahren scheitert eine junge Frau an den Markträten mit ihrem Wunsch, am Ortsrand von Pretzabruck bauen zu dürfen. Jetzt gibt es einen ähnlichen Fall in Asbach. Diesmal stimmte der Bauausschuss zu. Wenn auch mit "Grummeln im Bauch", wie es Peter Neumeier formulierte.

Das Thema "Bauen im Außenbereich" ist ein Dauerbrenner in den Sitzungen von Bauausschuss und Marktrat - es berührt ein sensibles Thema. Denn immer wieder gibt es junge Leute, die von den Eltern ein Grundstück erhalten, auf dem sie ihr Wohnhaus errichten können. Meist ist es ein Acker oder eine Wiese am Dorfrand.

Das Baugesetz ist hier relativ streng, um eine Zersiedelung der Landschaft, wie man sie aus Österreich kennt, entgegen zu wirken. So beißen Bauwillige meist auf Granit, wenn sie mit entsprechenden Plänen im Rathaus vorstellig werden. Dort heißt es zumeist "keinen Präzedenzfall schaffen", auch wenn die Bauwünsche durchaus nachvollzogen werden können. Natürlich gibt es juristische Auswege, sie nennen sich "Einbeziehungssatzung" und "Ortsabrundungssatzung". Aber dazu müssen auch die vom Gesetz geforderten Voraussetzungen vorliegen.

Mitte März war der Bauausschuss wieder einmal mit dem Thema befasst. Es ging um ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage am Rand von Asbach. Sollte kein Problem sein, könnte man meinen. Aber das neue Gebäude würde 60 Meter von der letzten Bebauung entfernt sein, mithin also im Außenbereich stehen, so dass die Verwaltung das Vorhaben eigentlich ablehnen wollte.

Nach einem engagierten Beitrag von Marco Nißl wendete sich das Blatt ein wenig. "Wenn man nicht zulässt, dass die Jugend des Dorfes im Dorf baut, wandert sie ab", urteilte er. Der Ausschuss stellte also die Entscheidung zurück bis zur Klärung einer möglichen Bebaubarkeit des Grundstücks.

Diesmal alle dafür

Zwischenzeitlich kam der Antrag erneut aufs Tablett. Das Landratsamt hatte nämlich festgestellt, man könne das Vorhaben durchaus genehmigen - unter Berücksichtigung der individuellen Tatbestände. Außerdem gab es ein Gespräch zwischen Bauherrn, Bürgermeister und Bauverwaltung, bei dem der Bauplan noch einmal überarbeitet wurde, um ein Ausfransen des Ortsrandes zu verhindern. Und es gibt kein Problem mit der Erschließung, da sie in diesem Fall vorhanden ist. Es braucht praktisch nur Anschlussleitungen.

So kam es zu einem Gesinnungswandel im Bauausschuss. "Einschätzungen bei Genehmigungsbehörden können sich ändern", sagte Bürgermeister Manfred Rodde, Marktrat Nißl warnte: "Man darf hier nicht pauschalisieren." Ohne Gegenstimme wurde schließlich das gemeindliche Einvernehmen zum Antrag auf Vorbescheid erteilt.
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