08.02.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenfeld

Bei einer Gegenstimme im Schwarzenfelder Marktrat Trinkwasser wird billiger

Die gute Nachricht gefällt nicht jedem. So stimmt Manfred Kurz am Mittwoch im Marktrat als einziger gegen die Senkung des Trinkwasserpreises. Er nennt gute Gründe für seine Haltung.

Marina Maier Bild: Dobler
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Ihren Auftakt nahm die Sitzung des Plenums, die erneut im Lehrsaal des Feuerwehrhauses über die Bühne ging, mit der Vereidigung des Marktrats-Nachrückers Bernd Stangl. Er nahm damit den Platz von ÜPW-Rat Manfred Müller ein, der zu Jahresbeginn überraschend sein Mandat zurückgegeben hatte. Stangl ist damit der zweite neue Rat in diesem Jahr. Erst in der letzten Sitzung war Inge Bauer-Joswig vereidigt worden, die für den verstorbenen CSU-Marktrat Boris Bodensteiner in den Rat kam.

Wichtigstes Thema der Zusammenkunft, die von stellvertretendem Bürgermeister Peter Neumeier geleitet wurde, war das Thema Trinkwasser - vor allem dessen Kosten für die Verbraucher. Der Wasserpreis wird vom Rat alle paar Jahre neu festgelegt und den Entscheidungen geht jeweils eine Kalkulation voraus, die von einem externen Büro vorgenommen wird. In diesem Fall war das die Straubinger Kommunalberatung Hurzlmeier, die in der Sitzung von Juristin Marina Maier vertreten wurde. Es ging um die Nach- und Neukalkulation der Gebühren und Beiträge für die Wasserversorgung der Jahre 2017 bis 2020.

Das besondere dabei: Der Markt hat in den zurückliegenden vier Jahren mit seinem Trinkwasser ganz gut verdient, im Schnitt 233 000 Euro im Jahr. Diese insgesamt 932 000 Euro bekommen die Bürger die nächsten vier Jahre gutgeschrieben - unter anderem in Form einer niedrigeren Wassergebühr. Sie liegt derzeit bei 67 Cent pro tausend Liter und wird nun 63 Cent betragen.

Dass auch die Beitragssätze für die Grundstückfläche (bisher 1,07 Euro pro Quadratmeter, künftig 0,99 Euro) und für die Geschossfläche (bisher 4,87 Euro pro Quadratmeter, künftig 3,83 Euro) gesenkt werden, klang in den Ohren der meisten Räte hervorragend. Nur einer stellte sich quer.

CSU-Rat Manfred Kurz fand es befremdlich, dass man den bisherigen Überschuss nicht als Rücklage für die geplanten Millionenausgaben im Trinkwasserbereich - Brunnenbau und ähnliches - angespart hat, sondern ihn jetzt auf den Wasserpreis umlegt und somit in den Jahren bis 2020 wieder ausgibt. "Die beschlossene Verringerung der Kosten werden die Bürger finanziell kaum spüren", mutmaßte Kurz, "und nach 2020 wird der Preis drastisch ansteigen". Das werde zu heftigen Reaktion der Schwarzenfelder führen. So stimmte Kurz als einziger gegen die Senkung.

Danach hatte Kämmerer Thomas Krapf das Wort. Er stellte den Räten die Trinkwasserbilanz des Jahres 2016 vor. Dass sie mit einem deutlichen Gewinn abgeschlossen wurde, hatten die Räte schon von Juristin Marina Maier gehört. Insgesamt setzte der Markt durch den Verkauf von Wasser etwas über vier Millionen Euro um (Gewinn: 200 000 Euro). Verrechnet wurden 1,521 Millionen Kubikmeter Wasser (ein Kubikmeter entspricht tausend Litern).

Dass mit dem Gewinn auch Steuern anfielen und bezahlt werden mussten, war in den vergangenen Jahren immer ein Grund zur Kritik aus den Reihen der ÜPW gewesen: da ein Betrieb wie die Wasserwerke eigentlich keinen Gewinn erwirtschaften sollte und somit ungerechtfertigterweise Geld der Bürger in Form von Körperschafts- und Gewerbesteuer an den Staat überwiesen werde. Diesmal gab es keinen derartigen Einwand - vielleicht, weil Manfred Müller nicht mehr dem Rat angehört, der sich bislang immer zu dem Thema geäußert hatte.

Siedler-Rat Karlheinz Dausch war in dem Bericht aufgefallen, dass im Jahr 2016 der Wasserverlust fast 17 Prozent betrug, mithin jeder fünfte Liter nicht angekommen ist. "Das hatte mit einem großen Wasserrohrbruch zu tun", wusste Krapf - und nicht mit einem generell maroden Leitungssystem. Der Kämmerer machte abschließend noch einmal darauf aufmerksam, "dass in den nächsten Jahren enorme Investitionen in die Wasserversorgung nötig sind". Manfred Kurz hatte vorher schon einmal die Summe von zehn Millionen Euro in die Runde geworfen, die nötig sein würden.

Die Verringerung der Kosten werden die Bürger finanziell kaum spüren und nach 2020 wird der Preis wieder drastisch ansteigen.CSU-Rat Manfred Kurz zur Senkung der Wassergebühren
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