22.08.2017 - 20:00 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt besucht Naabtaler Milchwerke Vertrauen in regionale Produkte

Nachdem sich die vergangenen Tage für Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vor allem um den Eierskandal drehten, stand nun die Milch im Mittelpunkt. Bei einem Besuch der Privatmolkerei Bechtel informierte sich der Minister am Dienstag über die Situation auf dem Milchmarkt - und machte Mut für die Zukunft.

Nach dem Gespräch und dem Rundgang durch das Gelände der Naabtaler Milchwerke gönnten sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (Mitte) sowie (von links) CSU-Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier, Milchwerks-Geschäftsführer René Guhl, der Schwarzenfelder Bürgermeister Manfred Rodde und stellvertretender Landrat Jakob Scharf einen Schluck Milch. Bilder: Götz (2)
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Für rund 90 Minuten besuchte der Bundeslandwirtschaftsminister am Dienstagmittag den Landkreis Schwandorf: Bei der Privatmolkerei Bechtel tauschte sich der Minister zusammen mit Politikern, Molkerei-Verantwortlichen, Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes und von Supermärkten sowie Milchbauern über die derzeitige Situation auf dem Markt und die künftige Strategie aus.

Anschließend führte René Guhl, der Geschäftsführer der Naabtaler Milchwerke, den prominenten Besucher noch durch die Produktionshallen, wozu Medienvertreter nicht zugelassen waren. Bei einer kurzen Pressekonferenz vor der Abfahrt schilderte Schmidt dann seine Eindrücke vom Besuch in der Oberpfalz.

Qualität und Vertrauen

Er bezeichnete den Markt für Milchbauern derzeit als "gut" - und auch mit Blick auf die Zukunft äußerte sich Minister Schmidt sehr optimistisch. Das lag für ihn nicht nur daran, dass es weltweit immer mehr Menschen gibt, sondern vor allem daran, dass Produktqualität, Marke und das Vertrauen der Verbraucher mehr in den Fokus rücken. Deshalb stehen für den Chef des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft die Zeichen für regionale Produkte gut: "Der Verbraucher weiß, wo es herkommt und wo die Kuh war". Parallel dazu sei auch eine gute Molkereistruktur nötig. "Das Risiko, dass der Milchpreis wieder schwankt, darf nicht bei den Bauern hängenbleiben", forderte der Landwirtschaftsminister. In diesem Punkt müssten deshalb alle zusammenhalten.

In Bezug auf zum Beispiel Überwachung und Rückverfolgbarkeit lobte der Landwirtschaftsminister: "In Schwarzenfeld steht das sehr im Vordergrund". Der Verbraucher wolle wissen, was in den Produkten ist und wo sie herkommen. Gegen kriminelle Verhaltensweisen - wie im Skandal um mit Fipronil behandelte Eier - sei zwar niemand gefeit, aber: "Das ist kein Kavaliersdelikt". Gegen die Verursacher müsse mit aller Härte des Gesetzes vorgegangen werden. Angesprochen auf die Erntebilanz antwortete der Parlamentarier aus Mittelfranken: "Sehr durchwachsen". In einigen Regionen falle die Ernte in diesem Jahr ganz miserabel aus. Durch Fröste und starken Regen habe besonders das Getreide gelitten.

Lösungen für Klimawandel

"Extremwetterlagen hat es auch früher gegeben - aber nicht in diesem Ausmaß", betonte Schmidt, dass die Landwirte die ersten Betroffenen des Klimawandels seien. Oftmals ärgere er sich, dass die Bauern als dessen Verursacher hingestellt werden. "Das ist Quatsch". Im Gegenteil: Sie seien die ersten, die für den Klimawandel Lösungen anbieten können. Bis auf den amerikanischen Präsidenten habe er auch niemanden getroffen, der diesen leugnet.

CSU-Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier bezeichnete es in einem kurzen Gespräch als wichtig, dass der Minister die Entwicklung vor Ort sehe - in einer Region, in der der Milchpreis von großer Bedeutung sei. "Die Landwirtschaft", war Holmeier überzeugt, "hat eine Zukunft mit bester Qualität und Regionalität".

Das Risiko, dass der Milchpreis wieder schwankt, darf nicht bei den Bauern hängenbleiben.Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt

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