Markt Schwarzenfeld schafft Retentionsflächen
Riesiger Pool für Naabwasser

Landschaftsarchitekt Andreas Thammer informierte den Marktrat. Bild: Dobler
Politik
Schwarzenfeld
23.03.2018
148
2

Eine Retentionsfläche bezeichnet eine tiefer liegende Fläche neben einem Fluss, die im Fall eines Hochwassers als Überflutungsfläche genutzt werden kann. So was gibt es auch in Schwarzenfeld. Ein Marktrat hat allerdings Probleme damit, wie sich diese Woche zeigt.

Schon 2012 wurde eine Ausgleichsfläche geschaffen, die wegen dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses nötig wurde. Zwischenzeitlich hat der Markt oberhalb des Schlossparks (wo der Hüttenbach in die Schwarzach fließt) weitere Flächen erworben, so dass man den Retentionsraum großzügig erweitern kann. Die gesamte Fläche liegt im Überschwemmungsgebiet des 100-jährigen Hochwassers. Es sollen 6000 Quadratmeter Fläche abgetragen werden, so dass vor allem im Kernbereich des Areals ein richtiger Pool entsteht, der bis zu 2,3 Meter tief ist. In ihn kann das Überschwemmungswasser fließen - und zwar 6310 Kubikmeter; wenn man das Ganze mal tausend nimmt, hat man die Literzahl. Eine enorme Menge also.

Starke Bedenken

Der Schönseer Landschaftsarchitekt Andreas Thammer hat von der Verwaltung den Auftrag bekommen, sich der Sache anzunehmen und die geplante Abgrabung genehmigungsfähig zu planen. Vor allem soll neben der Schaffung von Überschwemmungsvolumen die Fläche so entwickelt werden, dass eine Wertsteigerung im Sinne des Natur- und Landschaftsschutzes entsteht.

Das Vermessungsbüro Janka hat bereits 2016 eine topografische Bestandsaufnahme vorgenommen, mit dem Wasserwirtschaftsamt Weiden und der Unteren Naturschutzbehörde gibt es Absprachen. Noch nicht klar scheint, wohin der Aushub kommen soll. Gravierender waren die Bedenken, die CSU-Rat Peter Irlbacher äußerte. Irlbacher war Ende auch der einzige, der der geplanten Erweiterung der Retentionsflächen die Zustimmung verweigerte. Für ihn war es schlicht ein Widerspruch, Retentionsflächen wegen eines möglichen Hochwassers vorzuhalten und die Bauwilligen dafür zahlen zu lassen, wenn eh in ein paar Jahren mit dem zu bauenden Hochwasserschutz des Wasserwirtschaftsamts Schwarzenfeld hochwassersicher sein werde. "Das ist eine Gängelung der Bürger in den nächsten fünf Jahren", protestierte Irlbacher. Er sähe es lieber, wenn es bis dahin eine Zwischenlösung gibt. So hat er sich in dieser Frage schon mit einem Landtagsabgeordneten in Verbindung gesetzt.

Falls der Hochwasserschutz realisiert wird, der voriges Jahr intensiv diskutiert wurde, würde er ab 2023 entstehen und 2025 vollendet sein. Der geplante Schutz kostet fast sieben Millionen Euro, wobei der Löwenanteil mit 4,4 Millionen auf Schwarzenfeld entfallen würde. Derzeit wird dazu eine Basisstudie in eine richtige Planung überführt.
2 Kommentare
6
Kerstin Hoferer aus Schwarzenfeld | 24.03.2018 | 21:12  
Thomas Dobler aus Schwandorf | 26.03.2018 | 08:44  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.