22.02.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenfeld

Millionen für Baumaßnahmen

Die Marktgemeinde steht auf soliden finanziellen Beinen. Mit einer Pro-Kopf- Verschuldung von 259 Euro liegt sie deutlich unter dem vergleichbaren Landesdurchschnitt von 753 Euro. Vor diesem Hintergrund sind die Herausforderungen bei den anstehenden Investitionen eine überschaubare Größe.

Ein positive Bilanz zur Entwicklung der Marktgemeinde Schwarzenfeld erstattete Bürgermeister Manfred Rodde in der Bürgerversammlung. Auch in der Zukunft gibt es viel zu tun.
von Richard BraunProfil

Mit einem umfangreichen Zahlenwerk verdeutlichte Bürgermeister Manfred Rodde in der Bürgerversammlung die Situation der Marktgemeinde. Der gut gefüllte Saal der Miesberg-Gaststätte zeigte das große Interesse der Bürger an der Kommunalpolitik.

Die Marktgemeinde zählt derzeit 6381 Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Zunahme von 72 Personen. 80 Mitbürger wurden zu Grabe getragen, während 56 Kinder das Licht der Welt erblickten. Der Bevölkerungsgewinn ist den 400 Zuzügen zu verdanken. 304 Personen haben die Marktgemeinde verlassen. 3,25 Millionen Euro aus der Einkommensteuer, 1,7 Millionen aus der Gewerbesteuer und 1,15 Millionen Euro aus der Schlüsselzuweisung stellen die größten Einnahmeposten dar. Um einen ausgeglichenen Haushalt zu erhalten, mussten die Rücklagen im vergangenen Jahr von 6,6 auf 4,1 Millionen Euro zurückgeführt werden. Mit einem Schuldenstand von 1,6 Millionen ist die Gemeinde gut aufgestellt.

Der Bürgermeister richtete nun den Blick auf künftige Investitionen. Den größten Brocken stellt die Sanierung der Grund- und Mittelschule dar. Verteilt über einen Zeitraum von vier Jahren werden dafür 8,5 Millionen Euro benötigt. Die Baukörper A und B aus den Jahren 1951 und 1958 werden auf Neubaustandart gebracht. Im Baukörper C aus dem Jahr 1981 steht die Ertüchtigung des Brandschutzes an. Ganz neu ist der Einbau einer Mensa mit Küche im Baukörper B. Nach der Fertigstellung wird 230 Schülern ein Mittagessen angeboten. Die Schule wird von 473 Schülern besucht. Während der Bauphase werden zwei Klassen nach Stulln ausgelagert. Für die gesamte Maßnahme wurden 5,1 Millionen Euro an Förderung bewilligt. Baubeginn ist nach den Pfingstferien.

Wasser sichern

Bis Juni diesen Jahres soll die energetische Sanierung des Rathauses abgeschlossen sein. Die Maßnahme schlug mit 1,6 Millionen Euro zu Buche, wovon eine Million an Fördermitteln bereit standen. Ebenfalls bis Juni wird auch mit dem Ende der Kanalarbeiten in der Amberger Straße geplant. Anschließend erfolgt die Asphaltierung der Straße. Für die Erneuerung der Kanal- und Wasserleitung in diesem Bereich wurden 1,8 Millionen Euro aufgewendet.

Der steigende Wasserverbrauch stellt die Kommune vor neue Probleme. Mit einem Tagesverbrauch von 6000 Kubikmetern stößt die Aufbereitung an ihre Grenzen. Zur Sicherstellung der täglichen Wassermenge muss ein neuer Hochbehälter errichtet werden. Auch ein zusätzlicher Brunnen in der Freihölser Senke wird ins Auge gefasst. Ein weiteres Anliegen der Kommune ist die Erschließung des Gewerbegebiets West. Nach der Fertigstellung stehen 57 000 Quadratmeter Gewerbefläche zur Verfügung. Anfragen sind bereits eingegangen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen steht in Schwarzenfeld reichlich Bauland zur Verfügung. 204 freie Grundstücke sind erschlossen und können sofort bebaut werden. Bevor die Plätze an den Mann gebracht worden sind, ist eine Neuausweisung von Bauland nur schwer möglich. Eine Leerstandsoffensive soll zusätzlich dazu führen, dass gerade Gewerbeflächen im Ortskern wieder einer Nutzung zugeführt werden. Nachdem die Besitzverhältnisse im Friedhof endgültig geklärt worden sind, wird an eine Neugestaltung gedacht. Rund zwei Drittel aller Begräbnisse sind mittlerweile Urnenbestattungen. Dabei besteht eine Wahlmöglichkeit zwischen Urnenerdgräbern oder Stelen. Im Friedhofbereich sollen zudem die Hauptwege befestigt und die Anlage moderat begrünt werden. Außerdem wurden die Gebühren neu berechnet. Wie bei den Wasser- und Kanalgebühren konnte auch im Friedhofbereich eine Gebührensenkung erreicht werden.

Präsentation aus ISEK

Im Marktrat stellt sich seit langem die Frage, in welche Richtung sich der Markt Schwarzenfeld in Zukunft entwickeln soll. Hilfestellung soll dabei ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, kurz ISEK, geben. Dabei geht es um die Themen: Wohnen, Bauen, Ortsbild, Freizeit, Erholung, Versorgung, Bildung, Wirtschaft, Einzelhandel und Tourismus. Das Besondere daran ist, dass der Bürger aktiv in die Gestaltung mit einbezogen wird. Bei zwei Bürgerwerkstätten im Februar und Juli vergangenen Jahres haben die Bürger ihre Vorschläge eingebracht. Das Ergebnis wird in einer Abschlussveranstaltung am 19. März vorgestellt. "Jeder Bürger, dem die Entwicklung seiner Gemeinde am Herzen liegt, sollte sich diesen Termin vormerken", appellierte Rodde.

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