Bauernverband plädiert für Kompaktmasten statt unterirdischer Verlegung
Keine "Monstertrasse" in der Erde

Behördenleiter Reinhold Witt, BBV-Kreisobmann Josef Irlbacher und Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann (von links) sprachen bei der Gebietsversammlung in Schwarzenfeld. Bild: Hirsch
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Schwarzenfeld
23.11.2017
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"Der Boden ist die wertvollste Ressource der Bauern", sagt Josef Wittmann. Deshalb erwartet der Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes, "dass die Stromnetzbetreiber die Landwirte mit ins Boot holen, wenn sie die Stromtrassen festlegen". Bei der Gebietsversammlung in Schwarzenfeld machten die Obmänner ihre Ansprüche geltend.

Die Reihe der BBV-Gebietsversammlungen startete im Landgasthof Schmidbauer in Muckenbach. Die Miesberg-Gaststätte war die zweite Station. Weitere Versammlungen finden am 30. November in Kulz und am 14. Dezember in Penting statt. Geschäftsführer Josef Wittmann wählt unterschiedliche Themen, "je nach Betroffenheit der Landwirte". In Schwandorf sind es die geplanten Stromtrassen, die die Bauern beschäftigen. Sie befürchten massive Eingriffe in die landwirtschaftliche Nutzfläche und lehnen deshalb eine Erdverkabelung ab.

Kreisobmann Josef Irlbacher plädiert stattdessen für den Bau von "bodenschonenden Kompaktmasten". Er will die Bevölkerung sensibilisieren und "in der Öffentlichkeit Druck aufbauen". Kompaktmasten seien nur halb so breit wie Gittermasten und würden damit Wald- und Ackerflächen schonen, eine Bewirtschaftung bis an den "schlanken Mastfuß" ermöglichen und die Sicherheit für die Landwirte erhöhen, erklärte Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann. Kompaktmasten seien genauso wirtschaftlich und technisch ausgereift wie Gittermasten und würden Ressourcen einsparen.

Der Geschäftsführer favorisiert den Ausbau der Bestandstrasse durch Krondorf und Ettmannsdorf. Aus landwirtschaftlicher Sicht wäre das die beste Lösung. Eine gemeinsame Erdverkabelung von Südostlink und Ostbayernring würde in diesem Bereich zu einer "Monstertrasse mit unübersehbaren Folgen für die Landwirtschaft" führen. Landwirte, unter deren Feldern Gasleitungen verlaufen, berichten von Veränderungen der Bodenprofile, Wasserläufe und Strukturen. Das befürchten sie auch bei der Verlegung der Kabel unter der Erde.

Der Bauernverband kritisiert "die Haltung der Politik", die zwar versuche, den Bedenken der breiten Bevölkerung Rechnung zu tragen, die Interessen der Landwirtschaft aber vernachlässige. Die Landwirte fordern deshalb von den Planungsbehörden eine Berücksichtigung ihrer Anliegen. Der Verband hält gleichzeitig "eine jährliche Entschädigungszahlung" als Ausgleich für wirtschaftliche Nachteile für erforderlich und will sich nicht mit Einmalzahlungen abspeisen lassen.

Behördenleiter Reinhold Witt appellierte an die Landwirte, beim Düngen das richtige Augenmaß zu suchen und sich zu fragen: Wie stelle ich möglichst wirtschaftlich die Ernährung der Nutzpflanzen sicher?
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