27.04.2018 - 20:00 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Bund deutscher Forstleute sorgt sich um den beruflichen Nachwuchs Waldumbau-Initiative bringt zusätzliche Stellen

Gibt es bald nicht mehr genügend Förster? Tatsache ist, dass sich die Forstleute um ihren beruflichen Nachwuchs sorgen. So kommen die Vertreter ihres Berufsverbands bei ihrer Bezirksversammlung darauf zu sprechen. "Nachwuchs für den Wald - auch beim Personal" heißt das Thema.

Der Bund deutscher Forstleute tagte in Schwarzenfeld. Die Podiumsdiskussion war geprägt von Nachwuchssorgen. Bild: Dobler
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Bezirks-Vorsitzender des BDF, also des Bundes deutscher Forstleute, ist Oswald Hamann aus Georgenberg (Landkreis Neustadt/WN). Er hatte eine NT-Ausgabe vom Wochenende dabei, in dem eine Reportage mit dem Titel "Goldene Zeiten für Fachkräfte" aufzeigt, dass sich in der Region der "Wind" gedreht hat: Statt bleierner Arbeitslosigkeit herrscht Vollbeschäftigung - mit einem eklatanten Mangel an Fachkräften. "Die Unternehmer müssen beim Werben um neue Mitarbeiter findig sein", zitierte Hamann aus dem Artikel und bezog das nicht nur auf seinen Arbeitgeber, die Bayerischen Staatsforsten, sondern auch auf die Bayerische Forstverwaltung.

Eingeladen hatten die Forstleute hochkarätige Gäste. Von der politischen Seite war der CSU-Landtagsabgeordnete Tobias Reiß (Tirschenreuth) nach Schwarzenfeld gekommen. Reiß war viele Jahre maßgeblich im Landtags-Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes mit gerade jenen Themen beschäftigt, die dem BDF auf den Nägeln brennen. Für die Forstverwaltung äußerten sich deren Leiter, Ministerialdirigent Georg Windisch, und Reinhardt Neft vom Vorstand der Bayerischen Staatsforsten.

Ihnen stellte BDF-Landesvorsitzender Bernd Lauterbach (Coburg) den demografischen Wandel vor Augen, der "in den nächsten zehn Jahren hohe Abgänge in die Pensionsphase" verursache. Lauterbach sprach von 50 Personen pro Jahr, die aus dem Dienst für den Forst ausscheiden werden. Dabei brauche nicht nur der Staat neue Fachkräfte, auch die Kommunalwälder oder die Privatwälder stünden vor dieser Herausforderung.

Dass die Waldbewirtschaftung mehr Personal benötige, das sah auch Tobias Reiß, seit kurzem stellvertretender CSU-Fraktionsvorsitzender und parlamentarischer Geschäftsführer im Maximilianeum. Reiß verwies auf ein entsprechendes "Signal vom letzten Jahr" und sprach damit die Waldumbau-Initiative an, für die im bayerischen Haushalt zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen. Die Rede war von 200 Stellen in den nächsten zehn Jahren. Dass Nachwuchsgewinnung ein zentrales Thema der Zukunft ist, sah nicht nur Reiß so. Auch Ministerialdirigent Georg Windisch und Vorstand Reinhardt Neft bliesen in dieses Horn. "Wir haben schon seit 2005 an der oberen Grenze dessen eingestellt, was ging", versicherte Windisch, ging aber auch auf die "große Konkurrenz-Situation" ein, die auf die forstlichen Betriebe zukomme. "Die jungen Leute werden vom Studium in Weihenstephan weg von anderen Arbeitgebern 'abgesaugt'", bedauerte der Ministerialdirigent. Gerade für die qualifizierteren Stellen könne man auch nicht jeden nehmen, wenn die Noten nicht stimmen.

Reinhardt Neft berichtete, dass der berufliche Nachwuchs mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein und anderen Vorstellungen an seine Arbeit herangehe. Sich beruflich entwickeln zu können, sei für die jungen Leute ein wichtiges Thema, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, desgleichen Teamarbeit und Führungsbeteiligung. In der Diskussion fragte Christoph Lauerer vom AELF Amberg, wie denn die seit letztem Jahr zugesagten 200 neuen Stellen der Waldumbau-Initiative in die bestehende Struktur eingegliedert würden. "Wir sind an dem Konzept", verriet Georg Windisch, ohne auf Details einzugehen. Aber für die ersten 60 Stellen seien die Einsatzbereiche definiert: "Diese Kollegen sollen vor Ort ankommen und dort Förderarbeit leisten." Weitere Themen aus der Forstverwaltung, den Staatsforsten und den Waldbauernvereinigungen rundeten die lebhafte Diskussion ab.

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