08.02.2017 - 20:00 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Für junge Flüchtlinge, die Fachkraft Metalltechnik lernen: Besonderer Unterricht

Eine fundierte Ausbildung und das Kennenlernen deutscher Kultur und Gebräuche wünschen sich 15 Schutzssuchende, die in Schwarzenfeld untergebracht sind. Dazu gehört auch ein ergänzender Unterricht in Deutsch und Mathematik, der am Wochenende in der Grund- und Hauptschule für sie stattfindet.

Für 15 Schutzssuchende, die in Schwarzenfeld untergebracht sind, gehört ein ergänzender Unterricht in Deutsch und Mathematik dazu. Bild: mab
von Manfred BäumlerProfil

15 junge Erwachsene aus Eritrea, Afghanistan, der Elfenbeinküste, Albanien und Somalia absolvieren derzeit bei regional ansässigen Firmen eine zweijährige Ausbildung zur Fachkraft Metalltechnik und treffen sich mit Ausbildern jeden Samstag in der Schwarzenfelder Grund- und Mittelschule zum speziellen Unterricht in Deutsch und Mathematik.

Sie haben alle Ausbildungsverträge mit einer normalen Ausbildungsvergütung bei den Firmen Horsch, EMZ, Illbruck und Wolf in der Tasche. Als Schutzsuchende wurden sie im Herbst in einem vom Landkreis gemieteten Wohnhaus in Schwarzenfeld untergebracht. Weil es dort keinen geeigneten Unterrichtsraum gibt, werden die Schüler wöchentlich in fünf Stunden an der Schule unterrichtet.

Sie haben sich durch ihren besonderen Lerneifer für diese Ausbildung qualifiziert und benötigen neben den zwei normalen Berufsschultagen und den drei Werktagen in den Betrieben, zusätzliche Vertiefung mit Kenntnis- und Kompetenzerweiterung.

Ausbildungsleiter Anton Grauvogel von der Firma Horsch Maschinen GmbH aus Schwandorf, begleitet dieses Integrationsprojekt mit dem Ziel, wertvolle Fachkräfte für die Betriebe zu gewinnen. Das Berufsschulzentrum Schwandorf hat für dieses Projekt eine besondere Klasse eingerichtet. Auch in den Betrieben und Werkstätten erhalten die Auszubildenden besondere Unterstützung und Unterweisung.

Mit Fleiß und Motivation

Schulleiter Helmut Schuster war von Anfang an sehr aufgeschlossen und hat es zusammen mit Bürgermeister Manfred Rodde als Verantwortlichem des Sachaufwandsträgers ermöglicht, dass ein geeigneter Unterrichtsraum zur Verfügung steht. Tatkräftige Unterstützung erfährt dieses Projekt auch durch das Zutun von Hausmeister Franz Kral, der sich am Wochenende in den betrieblichen Ablauf einbringt.

Bei einem Unterrichtsbesuch wurde deutlich, mit welchem Fleiß und Motivation die Auszubildenden, die meist im Alter zwischen 18 und 22 Jahren sind, diese Chance ergreifen und neben ihrer Berufsausbildung auch die deutsche Sprache und Kultur aus eigenem Antrieb heraus erlernen wollen. Wie Johannes Feicht, Lehrer an der Berufsschule Schwandorf, vor Augen hält, ist das große Ziel dabei, die zweijährige Ausbildung erfolgreich zu durchlaufen

Es gibt bereits Überlegungen, im nächsten Jahr wieder eine neue und zweite Ausbildungsklasse für weitere Schutzsuchende einzurichten, die sich dauerhaft in Deutschland integrieren wollen und die dann ebenfalls am Samstag Zusatzunterricht erhalten würden.

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