Harmlos oder Belästigung?
Bettler klingelt an Haustür

Wenn jemand von Haus zu Haus geht, klingelt und nach "alten Sachen" fragt, wie auf diesem Foto aus dem Sonnenweg, dann kann das die Anwohner verunsichern. Bild: exb
Vermischtes
Schwarzenfeld
12.01.2018
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"Er klingelt an jedem Haus und bettelt um alte Sachen!" Das ist einer Frau im Sonnenweg suspekt. Sie beobachtet diese Woche einen Mann, der von Tür zu Tür ging. Soll man in so einem Fall die Polizei anrufen?

Dass so eine Beobachtung ein komisches Gefühl verursacht, kann jeder nachvollziehen, der sich an die Wohnungseinbrüche in den vergangenen Monaten erinnert. Es kann ja sein, dass hier ein Haus ausbaldowert wird.

Das Klingeln an Haustüren zählt zwar nicht zum verbotenen Betteln, aber es darf nicht der Fuß in die Tür gestellt werden, um ein Schließen zu verhindern. Betteln muss auf dem eigenen Grundstück sowieso nicht toleriert werden, zumal es dabei auch immer wieder zu Trickbetrügereien kommt.

Beliebter Trick

Beliebt ist zum Beispiel der Glas-Wasser-Trick. Dabei bittet eine Person in einer vermeintlichen Notlage nicht um Geld, sondern um Wasser. Wendet sich das Opfer ab und will helfen, taucht eine zweite Person auf und schleicht sich in die Wohnung.

Wenn unerwartet jemand an der Tür klingelt, sollte man daher zuerst durch den Türspion schauen und durch die geschlossene Tür sprechen. Vor allem sollte man nie einen fremden Menschen in die Wohnung lassen. Bei der Nabburger Polizeiinspektion ist nach der Aktion im Viertel um den Sonnenweg kein Anruf mit einem Hinweis auf den Mann eingegangen, wie deren stellvertretender Leiter Stefan Weinberger auf Nachfrage unserer Zeitung versichert. Ansonsten hätte man sich den Fall genau schildern lassen. "Denn so oft haben wir so etwas nicht", weiß er. Er versteht auch, wenn Menschen verunsichert sind. "Aggressives Betteln" müsste man sich jedenfalls nicht gefallen lassen. Laut Albert Faderl vom Ordnungsamt der Verwaltungsmeinschaft gibt es in Schwarzenfeld keine Verordnung, die das Betteln untersagen würde. "Und wenn ich nur jemanden frage, ob er etwas übrig hat, dann ist das ja noch kein Betteln."

"Mir wurde nur stumm eine Karte entgegengestreckt und zum Mund gedeutet. Mit Baby am Arm hab ich mir den Zettel nicht genauer angeschaut, sondern mit 'Nein danke' die Tür geschlossen", schilderte eine weitere Schwarzenfelderin ihre Erlebnisse. Sie hat beobachtet, dass in der Gegend um die Praxis Dr. Stammwitz herum ebenfalls ein Mann unterwegs sei. Möglicherweise waren also sogar mehr Personen auf Tour.

Kann auch harmlos sein

Bei der Frau aus dem Sonnenweg hat jedenfalls niemand geläutet. Sie glaubt auch zu wissen, warum: "Bei uns kam er nicht, weil wir einen Hund haben." Vielleicht hat der Mann in der Folge ja auch sein "Einsatzgebiet" verändert. "Er war heute auch schon gegen Mittag in Altendorf", hieß es nämlich aus dem kleinen Ort.

Die Polizei bittet alle, die auf ähnliche Weise um Spenden ersucht werden, um eine erhöhte Aufmerksamkeit - Stichwort Trickdiebstähle oder Ausbaldowern. Verallgemeinern sollte man dies jedoch nicht, denn nicht alle Menschen führen Böses im Schilde, wenn sie an der Haustür um Spenden bitten.
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