17.04.2017 - 20:00 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Neubau erst ein Jahr später

Der alte Pfarrhof neben der Marienkirche sollte nach den Osterfeiertagen abgerissen werden. Noch im Frühjahr wollte die Kirche mit dem Neubau beginnen. Das war der Plan.

Der Balkon über dem Eingang zum Pfarrhaus hat eine mit sehenswerte Mosaikgestaltung.
von Redaktion OnetzProfil

Nun teilen Pfarramt und Kirchenverwaltung in einer Beilage zum Pfarrbrief mit, dass mit dem Abriss erst im Februar 2018 und mit dem Neubau im März 2018 begonnen werden soll. Dabei ging es schon "richtig rund" in Richtung Beseitigung des markanten Baukörpers in exponierter Lage aus dem Jahre 1964. Obstbäume wurden im Pfarrgarten gefällt, das bisher noch verbliebene Inventar ausgeräumt, eben alle Maßnahmen vor dem geplanten Abriss noch in den letzten Wochen getätigt.

250 000 Euro mehr

"Planungs- und Baukosten stimmen nicht überein", so die offizielle Begründung der Kirchenverwaltung für die Entscheidung. Von "Mehrkosten von mindestens 250 000 Euro" ist die Rede, die aus den Mitteln der Pfarrei zu bestreiten wären. Daneben gibt es noch andere, grundlegende Maßnahmen der Pfarrei, die es zu finanzieren gilt. Der Unterhalt der beiden Kindergärten etwa, der alljährlich kostenintensiv - trotz umfangreicher Zuschüsse aus dem Markthaushalt - zu bewerkstelligen ist.

Das Zeitfenster der erst kürzlich auf den Weg gebrachten Ausschreibung in Verbindung mit einhergehender aktueller Hochkonjunktur im Baugewerbe spielte im Hinblick auf Angebotsauswahl und -umfang eine wesentliche Rolle bei der Entscheidungsfindung. 1,5 Millionen Euro reine Baukosten wurden durch das Architekturbüro Schwab, Vohenstrauß, bei Vorstellung des Projektes im Juni 2016 veranschlagt. Ein Zuschuss des Ordinariats in Höhe von 45 Prozent wurde zugesagt.

Sollte sich die derzeit geänderte und bestehende Situation in Bezug auf die Mehrkosten nicht ändern, heißt es für Pfarrer Heinrich Rosner und die Verantwortlichen der Kirchenverwaltung von Mariä Himmelfahrt in Neuverhandlungen mit der Bischöflichen Finanzkammer einzutreten. Diese hatte nach Mitteilung des Pfarrherrn im Juni 2015 verfügt, das Benefiziatenhaus abzubrechen und einen neuen Pfarrhof an gleicher Stelle zu errichten, sowie das Jugendheim zu veräußern und ein neues Pfarrheim zu errichten.

"Hängt in der Luft"

"Der letzte und damit dritte Teil der Aufgaben hängt momentan - nicht zuletzt aufgrund der vorherrschenden Bausituation - in der Luft", lautet die aktuelle Einschätzung der Verwaltung. Bleibt zu hoffen, dass das mit enormer Energie seitens der Kirchenverwaltung, des Pfarrgemeinderates und auch der Marktverwaltung angegangene Projekt zu einer zufriedenstellenden und zeitnahen Umsetzung geführt werden kann.

Markantes Mosaikbild

Der Balkon über dem Eingang des alten Pfarrhofes ist ein interessanter Blickfang. Architekt Meckler aus Weiden, Ideengeber und Planer einiger kirchlicher Bauten in Schwarzenfeld, zeichnete auch für den Bau des Pfarrhofes neben der Pfarrkirche im Jahre 1962/63 verantwortlich. Veranlasst wurde die Maßnahme durch Bischöflich Geistlichen Rat Johann Mühlbauer, die nach jahrhundertelanger Nutzung des vorhergehenden Pfarrhofes beim Anwesen des Schmiedemeisters Eckert in der Hauptstraße und nach "wenig idealen Wohnverhältnissen" als Pfarrwohnhaus erforderlich geworden war. Das Mosaikbild des Balkons wurde von Künstler Alois Wegerer aus Altfalter geschaffen. Der damalige Pfarrherr wollte mit diesem Motiv von "Jesus mit seinen Jüngern auf dem See und reichem Fischfang" einen Bezug zum Schwarzenfelder Wappen herstellen, das zu gleicher Zeit wie die Baumaßnahme im Jahre 1963 durch Oberlehrer Karl Denk entworfen wurde und als zentrales Bildnis den Fisch aufweist. (mab)

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