Pfarreien spenden 100 000 Euro für Schulen in Nigeria
Lernen mit deutscher Hilfe

Die Delegation um den Schwarzenfelder Pfarrer Heinrich Rosner (links) und seinen Pfarrvikar Joseph Kokkoth (rechts) brachte bei ihrem Besuch in Nigeria einen Medikamentenkoffer mit. "In Nigeria gibt es oft gefälschte Medikamente," weiß Rosner.
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Schwarzenfeld
05.12.2017
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Sie sind fröhlich, es ist sonnig und warm: Kinder in einer kleinen Stadt in Nigeria. Wer genau hinsieht, kann auf den Shirts einen Namen lesen: "St. Andreas Schulen" heißt das auf Deutsch übersetzt. Es gibt einen ersten Hinweis, wer diese Bildungseinrichtung finanziell und ideell unterstützt.

Schwarzenfeld/Schwandorf. Sankt Andreas, da klingelt es vielleicht bei einigen. Das ist nämlich der Name der früheren Pfarrei des Schwarzenfelder Pfarrers Heinrich Rosner. Der war viele Jahre in der St.-Andreas-Pfarrei im Nachbarort Fronberg tätig, wo er einen nigerianischen Priester als Aushilfspfarrer kennen und schätzen gelernt hat. Hilary Ochulor kam seit 2004 über einen Zeitraum von zehn Jahren regelmäßig nach Fronberg, später auch in die Pfarreiengemeinschaft Schwarzenfeld-Stulln. Der afrikanische Theologe mit einem Doktortitel aus Deutschland lässt sich die Schulbildung der Kinder seiner Heimatregion im Süden Nigerias ein großes Anliegen sein. Und sammelt dafür in Deutschland Geld.

Große Summen sind in den letzten fünf Jahren von Deutschland nach Nigeria geflossen. Zum Beispiel brachten die drei Pfarreien St. Andreas Fronberg (Schwandorf), Hohenschambach und Aichkirchen (beide Stadt Hemau im Landkreis Regensburg) zusammen 50 000 Euro auf, mit denen die "St. Andreas Schools" aufgebaut und ausgebaut wurden. In den Gebäuden befinden sich ein Kindergarten und eine Grundschule, die ihren Namen aus Dankbarkeit gegenüber der Pfarrei St. Andreas für die jahrelange Unterstützung erhalten haben. 300 Mädchen und Buben im Alter von zwei Jahren bis zur sechsten Grundschulklasse besuchen diese Einrichtung. Der neueste Plan: Auf dem Nachbargrundstück soll noch eine weiterführende Schule entstehen. Das Schulgeld zahlen die Eltern der Kinder oder deutsche Paten.

Nur wenige Kilometer davon entfernt, in Umuahia, der Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Abia, ist Hilary Ochulor bereits für eine weiterführende Schule verantwortlich - die "Holy Ghost Secondary-School", ein Knabengymnasium. Das Bauwerk war in einem maroden Zustand und musste dringend saniert werden. So flossen auch hierfür 50 000 Euro aus Deutschland nach Nigeria. Dass das Geld gut angelegt war und sich beide Schulstandorte im Aufschwung befinden, bezeugt Pfarrer Heinrich Rosner. Er war im November als Teil einer kleinen Delegation längere Zeit in Afrika vor Ort, in seiner Begleitung unter anderem der Schwarzenfelder Pfarrvikar Joseph Kokkoth. "Es gab in den drei Jahren, seit ich das letzte Mal dort war, eine deutliche Entwicklung", versichert Rosner. Er will das Geld nicht als Almosen verstanden wissen, sondern als Anschubfinanzierung. Das Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe. Es sieht aus, als ob es klappt. Die Kinder jedenfalls freuen sich und sind fröhlich. Und nicht nur sie.
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