01.03.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenfeld

Schwein gehabt Ferkelerzeuger ziehen positive Bilanz

Hinter der Erzeugergemeinschaft (EG) Südostbayern und ihren Mitgliedern liegt ein gutes Jahr 2017. Tiere bester Qualität und ein angemessener Preis sorgen für positive Wirtschaftsdaten. Die Zukunft scheint nicht so rosig.

Als fachlicher Leiter hat Georg Leitermann (Zweiter von links) die Erzeugergemeinschaft Südosdtbayern entscheident mitgeprägt. Nach 28 Dienstjahren verabschiedete ihn der Vorstand in den Ruhestand. Von links: Vorstandsmitglieder Anton Scherr, Hans Auer, Willi Wittmann und Aufsichtsratsvorsitzender Johann Wagner.
von Richard BraunProfil

Die EG Südostbayern ist ein leistungsfähiges Unternehmen im Bereich der Nutz- und Schlachtviehvermarktung. Sie unterstützt den Erzeuger mit Beratungsleistungen und kümmert sich um die Vermarktung. Die Beteiligungen an zwei Schlachtbetrieben in Landshut und Vilshofen sorgten zudem für kurze Transportwege, würden den Tieren zusätzlichen Stress ersparen und die Kosten gering halten. 92 Mitglieder der EG mit dem Schwerpunkt Ferkelerzeugung, trafen sich zu ihrer Gebietsversammlung in der Miesberggaststätte in Schwarzenfeld.

Unter den Gästen waren auch Stellvertretender Landrat Jakob Scharf sowie zahlreiche Vertreter von Ämtern, Behörden und Verbänden zu finden. Mit der aktuellen Situation der EG Südostbayern setzte sich deren Vorsitzender Hans Auer auseinander. Zu Beginn der 60er Jahre gab es noch 288 000 Betriebe mit durchschnittlich 14 Schweinen, von denen einen Teil der Landwirt selbst vermarktete. Heute gibt es noch 5200 Betriebe in denen 3,2 Millionen Tiere gezüchtet oder gemästet werden. Dabei ist der Höhepunkt der Tierproduktion längst überschritten. "Den Erfolg eines Betriebes bestimmen heute München, Berlin oder Brüssel mit ihren Gesetzen und Verordnungen", kritisiert der Vorstandsvorsitzende die Regulierungswut der Politik. Die Erzeuger würden in Zwänge gepresst, die ein ordentliches Wirtschaften immer schwieriger machen.

Hochwertige Produkte

Viele Betriebsinhaber werfen das Handtuch. 50 Prozent des Einkommens eines Betriebes stammt heute nicht mehr aus der Produktion. "Der Vorteil der Gemeinschaft liegt in der Erzeugung regionaler, hochwertiger Produkte, die den Anforderungen der Verbraucher entsprechen", so der Vorsitzende. Durch ein umfangreiches Qualitätsmanagement in allen Ebenen der Produktion wird Qualität auf einem hohen Level garantiert. Mit den aktuellen Zahlen versorgte stellvertretender Vorsitzender Willi Wittmann die Züchter. Bei Ferkelpreisen von über 70 Euro und einem Schweinepreis von 1,80 Euro je Kilogramm wurden 2017 sehr gute Ergebnisse erzielt.

Zuwächse in Asien

In der EG Südostbayern wurden 1 054 000 Schweine und 1 356 000 Ferkel vermarktet. 278 273 Ferkel davon stammen aus der Geschäftsstelle Nittenau. Zwar ist der Schweinefleischverbrauch in Deutschland rückläufig, doch verzeichnen die asiatischen Märkte große Zuwächse. Ein gewichtiges Anliegen der Erzeugergemeischaft ist es, das Image der Landwirte aufzupolieren. Oft führen Vorurteile oder ganz einfach Unwissenheit zu einem falschen Bild des Bauern. "Hier gilt es gegen zu steuern", sieht Willi Wittmann eine der wichtigsten Aufgaben. Eine Imagekampagne soll die Menschen hinter den Erzeugnissen vorstellen und zeigen, wie viel Arbeit in den hochwertigen Produkten steckt. Einen Einblick erhält der Verbraucher auf der Webseite www. unsere-bauern.de.

Eine ganz gefährliche Situation bahnt sich durch die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) an. Zwar ist bisher in unseren Breiten noch kein Fall eingetreten, "doch sind die Viren bereits unter uns", ist Dr. Josef König vom Veterinäramt in Schwandorf überzeugt. Nur durch die Einhaltung peinlichster Hygienevorschriften kann das Risiko minimiert werden. Der Veterinär rief alle Bauern und auch die Öffentlichkeit zu äußerster Aufmerksamkeit auf. Gerade Parkplätze an den Autobahnen bergen ein hohes Ansteckungsrisiko. Sauberkeit ist hier oberstes Gebot. Verdachtsfälle müssen sofort gemeldet werden.

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