25.02.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenfeld

Strom-Korridor suchen

Mit der Bautechnik und Logistik für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) der geplanten Stromtrasse "SüdOstLink" befasst sich eine Info-Veranstaltung des Arbeitskreises (AKE) Energiewende der CSU. Mitarbeiter des Übertragungsnetzbetreibers Tennet stehen Rede und Antwort.

Als ausgewiesener Fachmann verglich Ingo Koch von der Firma Tennet die verschiedenen Verlegetechniken.
von Richard BraunProfil

Der AKE wurde nach den Ereignissen von Fukushima und dem damit verbundenen Entschluss zum beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie gegründet. Eine seiner Aufgaben besteht darin, die Energiewende technisch zu begleiten, alle Positionen zusammenzuführen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Zusätzlich hat der Arbeitskreis die Aufgabe, die Energiepolitik bürgernah umzusetzen und Betroffene vor Ort in die Infrastrukturentscheidungen mit einzubeziehen. Dieser Aufgabe ist der Arbeitskreis in der Miesberg-Gaststätte nachgekommen. Allerdings nützten nur wenige Bürger die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren.

AKE-Bezirksvorsitzender Robert Zizler konnte dazu als Fachleute die Tennet-Mitarbeiter Andreas Herath und Ingo Koch begrüßen. Beide sind "hautnah" in das Projekt eingebunden. Die Veranstaltung befasste sich ausschließlich mit der technischen Seite des Projektes. Politische Aussagen wurden ausgeklammert. Mit dem aktuellen Verfahrensstand setzte sich Andreas Herath auseinander, der als verantwortlicher Projektleiter bestens mit der Thematik vertraut ist. Das ganze Verfahren befindet sich im Vorstadium zum Raumordnungsverfahren, in dem es darum geht, zusammen mit der Bundesnetzagentur den endgültigen Korridor durch die Oberpfalz festzulegen. Vieles in der weiteren technischen Ausführung befindet sich noch in der Entwicklungs- oder Erprobungsphase. Als gesichert gilt, dass in der Oberpfalz nur eine Erdverkabelung in Frage kommt. Dabei ist noch nicht entschieden, auf welcher Spannungsebene die Übertragungsleistung von 2 GW realisiert wird. Bei einer Spannungsebene von 320 kV sind zwei Gräben mit vier Kabel notwendig. Eine Spannungsebene von 525 kV benötigt für die gleiche Leistung einen Graben mit zwei Kabel. Allerdings sind dafür die geeigneten Kabel noch in der Erprobung.

Mit den verschiedenen Verlegetechniken setzte sich Ingo Koch auseinander. Er ist als technischer Bauleiter tätig. Die bevorzugte Verlegetechnik wird der offene Graben sein. Baumaschinen heben einen 1,20 Meter tiefen Graben aus, der einem V-Profil nachgebildet ist. Darin werden die Kabel verlegt, danach eingesandet und die Grube wieder verschlossen. Gerade bei Querungen von Flüssen, Straßen oder Gleisen kommen Bohrtechniken zum Einsatz, die eine geschlossene Technik ermöglichen. Welches Verfahren letztendlich zum Einsatz kommt, hängt von der Bodenbeschaffenheit und dem Gelände ab. Eins haben alle Verfahren gemeinsam: Es werden ungeheuere Kräfte benötigt, die Unmengen an Energie verbrauchen. Entsprechend hoch sind die Kosten. Für einen Kilometer wird mit zehn Millionen Euro kalkuliert. Das Planungs- und Genehmigungsverfahren für das Projekt "SüdOstLink" soll 2021 abgeschlossen sein, und 2025 soll der erste Gleichstrom durch die Leitungen transportiert werden.

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