04.03.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenfeld

Versammlung der Jagdgenossenschaft Frotzersricht Wolf bereitet Sorgen

Hinter den Mitgliedern der Jagdgenossenschaft Frotzersricht liegt laut Jagdvorstand Anton Gradl ein ruhiges Jahr. "Mit einer Fläche von 800 Hektar und 105 Jagdgenossen sind wir eine überschaubare und gut kontrollierbare Jagd", sagte Gradl bei der Versammlung der Jagdgenossenschaft im Gasthaus Plank in Kögl.

Friedrich Bertram sieht den Rückgang vom Niederwild besonders kritisch
von Siegmund KochherrProfil

Der Jagdvorstand bezeichnete zunächst die Zusammenarbeit zwischen den Jagdgenossen und den Jägern als harmonisch und von gegenseitigem Respekt geprägt. Wie Gradl weiter ausführte, hätten sich die Wildschäden im Rahmen gehalten. Zum großen Teil seien sie von den Landwirten selbst behoben worden. Über die Verwendung des Jagdpachtschillings wurde anschließend durch Abstimmung entschieden. Es werden im April 3,50 Euro je Hektar zur Auszahlung angewiesen. Gradl appellierte an die Mitglieder, Schäden von Jagdeinrichtungen unverzüglich dem Jäger zu melden. Wie er weiter sagte, werde Jagdpächter Torsten Graf demnächst eine Ehrung vom Bayerischen Jagdverband für die mustergültige Zusammenarbeit zwischen Jägern und Jagdgenossen erhalten.

Jagdpächter Friedrich Bertram wies im Anschluss auf das Verbissgutachten hin, das wieder erfüllt worden sei. Seinem Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr 14 Rehe erlegt. 4 davon starben bei Unfällen auf der Straße. Bei den 16 Hasen starben 3 durch Unfälle. Weiter wurden erlegt: ein Fasan, 29 Füchse, 25 Stockenten und 75 Kormorane. "Wir sind noch in der glücklichen Lage, keine Wildschweine zu sichten", betonte Bertram.

Dafür macht den Jägern ein anderes Problem zu schaffen: Wenn die Befürchtungen zur afrikanischen Schweinepest Realität werden, bestehe auch eine Gefahr für das Hausschwein, führte der Jagdpächter aus und sprach ein weiteres aktuelles Thema an: Der Wolf stelle eine Gefahr für Rinderweidehaltung dar. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann er bei uns heimisch wird. In Deutschland leben 500 bis 700 Tiere dieser Art. Die Dunkelziffer dürfte noch einmal die gleiche Anzahl sein.

Jagdpächter Graf berichtete im Anschluss über die Jagd mit dem Greif, bei der das Niederwild keine Schussverletzung hat. Beeinträchtigungen des Wildbestandes gebe es durch Quadfahrer und Motorradfreunde, die zum Teil querfeldein durch den Wald fahren und auch die Hinweisschilder ignorieren. Der Sprecher ärgerte sich auch über Hundehalter, die die Tiere frei laufen lassen, obwohl diese im Außenbereich anzuleinen sind. Gradl gab zum Abschluss der Versammlung noch Termine bekannt und erinnerte an eine Ausstellung des BJV am 22. April in Nabburg. Das Sommernachtsfest soll ebenfalls beibehalten werden.

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