14.02.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenfeld

Versammlung der Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld Zu viel Holz in den Wäldern

"Machen Sie Holz, es wird dringend gebraucht": Der Appell von Yvonne Wolfrum, Geschäftsführerin der Waldbesitzervereinigung (WBV) Nabburg-Burglengenfeld ist eindringlich. Besonders im Privatwald nehmen die Vorräte stetig zu. Die Bestände sind zu dicht, es besteht Handlungsbedarf.

Bei der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Nabburg/Burglengenfeld gingen Referenten und Vorstandsmitglieder, Vorsitzender August Steinbauer (Vierter von links) und Geschäftsführerin Yvonne Wolfrum (Zweite von links), auf die forstliche Situation ein. Bild: ohr
von Herbert RohrwildProfil

Die warme und trockene Witterung im zweiten Quartal vergangenen Jahres begünstigte laut WBV-Geschäftsführerin Yvonne Wolfrum den Borkenkäferbefall. Bei der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung in der Miesbergstuben führte sie aus, dass davon vor allem die südliche Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern betroffen gewesen seien. Der Sturm "Kolle" im August habe vor allem in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau einen starken Frischholzeinschlag verursacht und kurzfristig den Preis gedrückt.

Die Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld vermarktete im Berichtszeitraum 45 487 Festmeter Holz. Lauf Wolfrum summierte sich der Umsatz auf rund drei Millionen Euro. Der erwirtschaftete Durchschnittspreis pro Festmeter lag um fünf Euro höher als im Vorjahr. Besonders im Privatwald nehmen die Bestände und die Dichte merklich zu, fuhr die Rednerin fort. Die Nutzung aber stabilisiere die Waldbestände, und Mischbaumarten können für den Klimawandel eingebracht werden. "Durch kontinuierliche Holzverkäufe über die WBV wird diese Selbsthilfeorganisation der Waldbesitzer weiterhin gestärkt und kann sich für die Interessen ihrer Mitglieder einsetzen", versicherte Geschäftsführerin Wolfrum und forderte abschließend: "Gehen Sie raus und schneiden Sie Bäume um!"

Gesuchtes Wirtschaftsgut

WBV-Vorsitzender August Steinbauer blickte auf die Termine und Fortbildungsveranstaltungen zurück. Er betonte, dass Holz ein gesuchtes Wirtschaftsgut sei. Der Preis habe sich stabilisiert. Sein Resümee: "Der Wald muss zukunftsfähig gemacht werden". Anton Zitzler, Vertreter der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, thematisierte im Anschluss die Sicherheit bei der Waldarbeit und verwies auf die 25 tödlichen Unfälle auf diesem Gebiet in Bayern. "Bewusster in den Wald rausgehen, die Bäume mit Technik fällen und somit nach Möglichkeit die Unfälle reduzieren", lautete seine Empfehlung. Unklug sei es, alleine im Wald zu arbeiten. Das Tragen der Schutzkleidung und die Verwendung des Gehörschutzes seien selbstverständlich. Als Vertreter des Amtes für Landwirtschaft und Forsten bedankte sich Alwin Kleber für die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Behörde und den Vertretern der Waldbauernschaft. Bezugnehmend auf die Borkenkäfersituation, bat er weiterhin um Wachsamkeit bei gefährdeten Waldbeständen und um rasches Handeln bei neuem Befall.

Drei Projekte

Forstfachkraft Hannah Sieren stellte im Anschluss drei Projekte für den Zeitraum von September 2017 bis Juni 2019 zur Gestaltung zukunftsfähiger Wälder im Landkreis vor: Sie umfassen unter anderem Nachhaltigkeitspläne zur "Initiative Zukunftswald" und eine Wanderausstellung zur Bewirtschaftung des Waldes im Landkreis. Der 40-prozentige Waldanteil mit seiner Bedeutung für den Tourismus präge das Landschaftsbild des Kreises, betonte stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl.

BBV-Kreisvorsitzender Josef Irlbacher stellte wichtige Funktionen des Waldes als nachwachsender Rohstoff heraus. Josef Liegl, Vorsitzender der forstwirtschaftlichen Vereinigung der Oberpfalz, bat die Waldbesitzer abschließend zu einem beständigen Normaleinschlag, um die Nachfrage zu sichern und empfahl eine externe Zertifizierung.

Gehen Sie raus und schneiden Sie Bäume um!WBV-Geschäftsführerin Yvonne Wolfrum
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