Verwirrspiel um „Eissidissi“

Die zweistündige Verwechslungskomödie der Schwarzenfelder Kolpingsfamilie riss die Besucher zu Beifallsstürmen hin. Bilder: mab (3)
Vermischtes
Schwarzenfeld
08.01.2017
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Die wirkungsvolle Heidi-Klum-Schlankheitsdiät gaukelt der ehegeplagte Wirt seiner "bewaffneten" besseren Hälfte vor.

Als Verwechslungskomödie in drei Akten ist das Theaterstück der Laienspielschar der Schwarzenfelder Kolpingsfamilie angekündigt. Unverwechselbar und einmalig präsentieren sich die Darsteller im Stück "Eissidissi in Schwoazafeld".

Gerade zu professionell waren Werbung und Auftritt zu diesem Stück von Achim Pöschl bereits im Vorfeld präsentiert worden. Dass diese Einladung letztlich punktgenau ihr Publikum erreicht hat, war daran ersichtlich, dass alle drei Aufführungen mit Saal des Restaurants Miesberg bereits im Vorfeld ausverkauft waren.

Hardrock und Hinterseer

Was haben Männerstrip, eine Hardrockband und Hansi Hinterseer gemeinsam? Das war die grundsätzliche Frage zu Beginn des Verwirrspiels. Dieses Geheimnis soll in den folgenden zwei Stunden gelüftet werden. Die australische Band-Legende AC/DC gibt ein Gastspiel in Schwarzenfeld. So hatte es jedenfalls der schwerhörige Großvater, Opa Moosner (Rudi Lindner) telefonisch erfahren. Gelegen kommt dies seinem Sohn, dem Gastwirt Sepp (Franz Galli), der mit horrenden Spielschulden zu kämpfen hat und dessen Weib Fanny (Doris Graf-Eichhammer), die mit alkoholbedingtem Gedächtnisverlust nach einem Besuch im Stripper-Lokal zu tun hat. Dem Wirt zur Seite steht stets sein bester Freund Giagl (Helmut Lindner), dem sich bei geschätzt 80 000 zu verkaufenden Leberkässemmeln beim Konzert die Euro-Zeichen in den Augen spiegeln.

Mit dem angekündigten Auftritt von AC/DC sollten alle Geldsorgen gelöst sein, so die Hoffnung. Wäre da nicht die Pfarrersköchin Josefa (Sonja Lindner-Stöckl), die gleichzeitig einen Abend mit Hansi Hinterseer organisiert hat. "My englisch is under all pick" entschuldigt der Moser-Wirt seine mangelnden Sprachkenntnisse bei der vermeintlichen Auftrittsbestätigung der Band. Im Hintergrund stets aufmerksam zuhörend, der senile Opa, der in Erinnerungen an ein früheres Band-Ereignis kontinuierlich "seinen Senf" dazu gibt. Verliebt in den Stripper Klaus (Mathias Fuck) kämpft Karin (Vroni Reiger) für das gute Ansehen des Nachtclubkünstlers, dem die Wirtin so manchen Euroschein in die Unterwäsche steckt. Angst flößt der junge Jan (Andreas Karl) den Spielschuldnern ein. Sie glauben, es mit einem bestellten Killer zu tun zu haben. Dabei findet Lisa (Lisa Böckl), die Tochter des Wirts, so viel Gefallen an dem charmanten Herrn, dass statt Kaffee ständig Bier mit Milch und Zucker gereicht wird. Schlussendlich stellt sich heraus, dass Opa Moosner einem Hörfehler aufgesessen ist und statt AC/DC der ADAC einen Vortragsabend beim Moosner-Wirt buchen wollte. Die Hoffnung, dass vielleicht die Hardrock-Band in der Miesbergkirche eine Messe gestalten und Alice Cooper die Lesung übernehmen würde, zerschlägt sich ebenso ganz schnell.

Über 1000 Theaterfreunde

Geradezu rührend und nur allzu menschlich die wenigen "Hänger" im Vortrag, die von Souffleuse Sieglinde Müller bereinigt wurden. Mit dieser Aufführung ist es den Machern des Stücks um Regisseur Helmut Lindner und dessen Assistentin Romy Rettig gelungen, trotz des widrigen Wetters über 1000 Theaterfreunde vom heimischen Kanapee wegzulocken.
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