19.03.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenfeld

Weiterbildung im Lehrbienenheim Hornissen sind nicht gefährlich

An wen kann man sich wenden, wenn ein Hornissennest umgesiedelt werden sollte? Im Lehrbienenheim gibt es Antworten.

Hermann Bronold vom Imkerverein Schwarzenfeld zeigt Umsetzkästen für Hornissenvölker, daneben Arnold Kimmerl und Katja Ott. Bild: twi
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Rechtzeitig vor der "Hornissen- und Wespensaison" im Frühjahr und Sommer fand im Lehrbienenheim in Schwarzenfeld ein Kurs zur Ausbildung von Hornissenberatern für den Landkreis Schwandorf statt. Zunächst vermittelte Hobbyimkerin Katja Ott in ihrem Vortrag Basiswissen über Wespen und Hornissen. Anschließend referierte der stellvertretende Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, Arnold Kimmerl, über rechtliche Grundlagen der Hornissen- und Wespenberatung und gab Verhaltenstipps für die Hornissenberater. Hermann Bronold, der Vorsitzende des Imkervereins Schwarzenfeld, zeigte die Praxis der Umsiedlung mit Umsetzkasten und Schutzkleidung.

Mit einer Länge von drei bis vier Zentimeter ist die Hornisse die größte einheimische Wespenart und das größte staatenbildende Insekt unserer Heimat. Da es nur wenige natürliche Nesthöhlen in alten Bäumen gibt, baut sie gerne in Schuppen, Dachböden, Vögelnistkästen und auch in Rollokästen. Die Staatengründung erfolgt im Frühjahr und der Höhepunkt der Entwicklung eines Volkes wird im August und September erreicht. Die befruchteten Jungköniginnen suchen sich ein Winterquartier und die anderen Nestinsassen sterben bei Einsetzen der ersten Nachtfröste ab. Das Nest wird nicht wieder bezogen und kann entfernt werden.

Viele Menschen geraten in Panik, wenn sie in ihrer Umgebung einen Bau bemerken. Dabei leisten Hornissen wertvolle Dienste bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. Sie füttern ihre Nachkommen mit frisch erbeuteten Insekten und Larven und stehen deshalb streng unter Naturschutz. Es ist verboten, Hornissen und Wespen zu fangen und ihren Lebensraum zu zerstören. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Das Gift der Hornisse ist nicht gefährlicher als das anderer Bienen, Wespen oder Hummeln. Solange keine Allergie besteht, sind Stiche zwar lästig, aber kein ärztliches Problem.

Hornissen, die weiter als drei bis vier Meter entfernt vom Nest umherfliegen, sind nie angriffslustig. Allerdings haben sie wie alle staatsbildenden Insekten die Eigenart, auf Störungen direkt am Nest heftig zu reagieren. Im Gegensatz zu Wespen reagieren sie nicht auf Süßes, fliegen aber wie alle Insekten auf Licht zu. So kann man sie auch aus einem dunklen Zimmer weglocken.

Befindet sich ein Nest an einer Stelle, wo es nicht stört, sollte man es hängen lassen. Wenn man trotzdem Bedenken hat, kann man sich an die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Schwandorf wenden, die ehrenamtliche Hornissenberater vermittelt (Tel. 09431/4710).

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.