15.03.2018 - 20:10 Uhr
Schwarzenfeld

Hauptversammlung des Maschinen- und Betriebshilfsrings Schwandorf Loyalitätskonflikte vermeiden

Die Zahlen stimmen. "Mit über 7,8 Millionen Euro Verrechnungswert liegen wir nur ein Prozent unter dem Rekordwert vom letzten Jahr. Und damit können wir sehr zufrieden sein", versichert Geschäftsführer Christian Weiß bei der Hauptversammlung des Maschinen- und Betriebshilfsrings Schwandorf.

Vorsitzender Carl Graf zu Eltz (links) und Geschäftsführer Christian Weiß (rechts) ehrten die Betriebshelfer Rupert Denk und Karl Rötzer (Mitte, von links). Bild: exb
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"Wir stehen im Fokus der Öffentlichkeit", sagt Vorsitzender Carl Graf zu Eltz eingangs und forderte die Mitglieder des Maschinenrings auf, die Vorgaben der neuen Düngeverordnung "ernst zu nehmen". Gülle sei trotzdem wertvoller Dünger und kein Abfall.

Laut Geschäftsführer Christian Weiß konnten die Mitgliederzahlen wieder gesteigert werden, aber es gebe erneut einen Rückgang der MR-Classic-Stunden, also der Stunden als Betriebsleiter oder mitarbeitender Familienangehöriger. Die leichte Zunahme der hauptamtlichen Stunden und der Bauhilfe konnten diesen Rückgang nicht auffangen, so dass auch die Gesamtstundenzahl rückgängig ist. "Das liegt im Wesentlichen nicht an der Nachfrage, sondern ist schlicht und einfach damit begründet, dass wir mehr Helfer bräuchten", so Weiß. Im Bereich der Betriebshilfe wurden 55 050 Stunden verrechnet.

Neue Art der Bodenprobe

Die gewerbliche Tochter des Maschinen- und Betriebshilfsringes, die MR Ostbayern GmbH, brachte bei der Außenstelle Schwandorf einen Nettoumsatz von über 880 000 Euro. Die Abrechnung der Biomasse schlug mit über 960 000 Euro zu Buche.

Gut besucht waren Kurse wie der Motorsägen-Kurs oder der Pflanzenschutzsachkundekurs. Überdies wurden im letzten Jahr über 90 Landschaftspflegemaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von über 140 000 Euro abgewickelt. Die Konzepterstellung für das Kulap-Heckenpflegeprogramm "B 49" sei gut angelaufen und sehr gut angenommen worden. Weiß konnte nach 35 Pflegekonzepten 2016 im vergangenen Jahr 49 Konzepte erstellen - und für dieses Jahr liegen die ersten Anfragen schon wieder vor. Die mechanisierte GPS-gestützte Bodenprobennahme wurde als neue Dienstleistung im vergangenen Jahr erfolgreich installiert. "Die Nachfrage zum Start war erfreuliche, das Wetter weniger. So konnte ein Großteil der Proben erst ab Mitte Februar gezogen werden", informierte Weiß.

Im Herbst gab es zusammen mit den Oberpfälzer Maschinenringen einen Vorbereitungskurs mit IHK- Prüfung für die Sachkundeprüfung Güterverkehr organisiert. Wie jedes Jahr hatte der Maschinenring wieder Leasingschlepper und ein Güllefass im Ringgebiet. Dieses Jahr sind es drei Schlepper und ein Güllefass: Zwei "John Deere" im Raum Nittenau, in Oberviechtach ein "Fendt 718", und das Fass im Raum Kleinwinklarn.

Die Einsatzplanung mache die Geschäftsstelle, ebenso übernimmt sie beim Kartoffel separieren und Holzhäckseln die Einsatzplanung und unterstützt Güllegemeinschaften bei der Abrechnung. Seit 2016 gibt es einen mobilen Gülleseparator. Mit ihm kann man Lagerraum in der Grube schaffen und durch den geringeren TS-Gehalt der Gülle die Ausbringung mit bodennaher Gülletechnik erleichtern. "Doch nicht nur mit Maschinen, sondern auch im Büro unterstützen wir", sagte Weiß und nannte MFA, Gasölantrag und Nährstoffbilanz, sowie die Düngebedarfsermittlung.

Zwei Systeme

Harald Staudinger von der "Beratung für bäuerliche Familien" in Regensburg sprach in einem Vortrag über das Thema "Jung und Alt unter einem Dach - kann das funktionieren?" Im landwirtschaftlichen Betrieb treffen zwei Systeme aufeinander: System Familie und System Betrieb, sagte er.

System Familie kennt Kommunikation zum Lob, Austausch; im System Betrieb geht es eher um Arbeitsanweisungen. Anerkennung gibt es nur bei Leistung. Beide Systeme spielen sich ein; problematisch kann es werden, wenn eine neue Person (Schwiegertochter oder -sohn) in den Systemen auftaucht. Hier kann es schnell zum Loyalitätskonflikt kommen. "Wichtig ist, Grenzen individuell auszuhandeln und diese dann auch zu achten und zu respektieren", versicherte er.

Ehrung langjähriger Betriebshelfer

Sozial:

Für 500 Einsatztage wurden vom Maschinen- und Betriebshilfsring Schwandorf Rupert Denk aus Tiefenbach, Thomas Fischer aus Schwarzeneck und Daniel Stangl aus Krondorf geehrt. Auf 2500 Einsatztage brachte es bisher Viktor Winter aus Schönau.

Wirtschaftlich:

Für 2000 Einsatztage wurden vom Maschinen- und Betriebshilfsring Schwandorf Johann Köppl aus Siegelsdorf, Karl Rötzer aus Mappach geehrt. 2500 Einsatztage: Andreas Hutzler aus Weichelau. 3000 Einsatztage: Michael Albang aus Obermurach.

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