07.02.2018 - 20:00 Uhr
Schwarzenfeld

Pflanzenbautag 2018 des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Sommergerste als heimlicher Hit

Auf über 11 000 Hektar Fläche wächst im Landkreis Schwandorf Mais. "Er hat von allen Pflanzen die größte Bedeutung", sagt Theresia Addokwei. Die Fachfrau vom Landwirtschaftsamt Regensburg versucht, den Bauern noch eine andere Ackerpflanze schmackhaft zu machen.

Sommergerste wird vorwiegend für Brauzwecke angebaut. Je nach Region empfehlen sich nur bestimmte Sorten für den Anbau, da sowohl agronomische Eigenschaften als auch regionale Vermarktungsmöglichkeiten berücksichtigt werden müssen. Einige Sorten erfahren eine deutliche überregionale Verbreitung, andere hingegen kommen kaum über den Status eines Nischenproduktes hinaus. Archiv-Bild: exb
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Zum Pflanzenbautag 2018 hatten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (VlF) nach Schwarzenfeld eingeladen. Reinhold Witt, Behördenleiter und Bereichsleiter am Landwirtschaftsamt Schwandorf, wies in seinen einleitenden Worten auf die neue Düngeverordnung hin. "Sie hat Auswirkungen, die der Einzelne noch nicht sieht", warnte er. "Auch wir von der Verwaltung müssen damit unsere Erfahrungen machen", gab Witt zu und bat, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

In ihren Sortenempfehlungen ging Theresia Addokwei vor allem auf Mais ein - aber auch auf die Sommergerste. "Für sie möchte ich eine Lanze brechen", versicherte die Expertin. Auch wenn die Sommergerste schon fast zur "Randkultur" geworden sei, bringe eine Dezitonne (100 Kilo) bei der Braugerste 23 Euro auf dem Markt ein. "Die Sommergerste ist also nicht altmodisch, sondern hochaktuell." Nicht ganz vergessen sollte man nach Meinung von Addokwei auch den Hafer: "Der kann in kälteren Regionen punkten." Den breitesten Raum nahm allerdings das Thema Mais ein. Ihre Sortenempfehlungen betrafen den Körnermais und den Silomais und sie führte aus, dass es einen neuen rechnerischen Wert für den Biogasertrag gebe, der offiziell anerkannt wurde.

Markus Piehler vom Schwandorfer Landwirtschaftsamt wies auf den Kulap-Schwerpunkt Gewässerschutz hin (Kulap: Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm). Was die Düngung anbelangt, machte Piehler darauf aufmerksam, dass seit 1. Februar die Gülleausbringung auf Ackerflächen möglich ist, auf Grünland mit mehrjährigem Feldfutterbau aber erst am 1. März. Auf gefrorenem Boden dürften maximal 60 Kilogramm Stickstoff ausgebracht werden. Für die Düngeplanung gebe es Fachprogramme im Internet unter LfL.bayern.de

Piehler appellierte an die Zuhörer, dass sich melden solle, wer gute Lösungen in Sachen Erosionsschutz und Gewässerschutz habe. Denn das Fachzentrum Agrarökologie suche "Best Pratice"-Beispiele zum Besichtigen.

Thomas Mayer, ebenfalls vom Landwirtschaftsamt Regensburg, informierte über den aktuellen Stand beim Einsatz von Fungiziden (Mittel zur Pilzbekämpfung) beim Getreide, den Grundwasser schonenden Einsatz von Herbiziden (Unkrautvernichtungsmittel) beim Mais und über Möglichkeiten, wie man den Maiszünsler bekämpft. Das ist ein Kleinschmetterling, er gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schädlingen an Mais.

Ein weiteres Thema war die Versorgungslage bei Futtereiweiß. Sie wird immer prekärer. Das starke Wachstum in der Tierhaltung führt dazu, dass die Nachfrage kaum noch gedeckt wird. Die großen Exportländer wie die USA, Brasilien und Argentinien haben ihre Soja-Anbauflächen zwar kräftig ausgedehnt, der Zuwachs reicht aber nicht aus. Immer dringender stellt sich die Frage, wie man die wachsende Eiweißlücke wieder schließen kann. Müssen deutsche Ackerbauern mehr Leguminosen anbauen oder Soja erzeugen?

Grundsätzlich hätte ein höherer Selbstversorgungsgrad Vorteile: Man wäre unabhängiger von Marktpartnern und Preisschwankungen auf den Weltmärkten. Doch was sich theoretisch einfach anhört, ist in der Praxis schwierig. Maximilian Graml, Teamleiter Erzeugerringberatung Oberpfalz, ging auf dieses Thema ein. In seiner Präsentation ging es um Leguminosen (Hülsenfrüchtler). Leguminosen sind für Tierfutterbereitung und Gründüngung nützlich, weil sie viel Eiweiß enthalten.

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