Motopädagogin zeigt, wie Konzentration am besten funktioniert
Kraft kommt aus der Mitte

Mit der Weitergabe eines Stoffsäckchens sollten die Eltern erfahren, wie wichtig es ist, durch Koordination die einzelnen Körperachsen zu "vernetzen". Bild: mad
Lokales
Schwarzhofen
02.05.2013
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"Jetzt konzentrier dich halt." Lehrer und Eltern kennen diesen Satz nur zu gut, wissen aber auch, dass es eben nicht immer leicht ist, sich zu konzentrieren. Bei einem Eltern-Vortrag an der Dr.-von-Ringseis-Schule veranschaulichte Motopädagogin Petra Sammet, wie der Lernerfolg auch von motorischen Fähigkeiten beeinflusst wird.

Nach der Begrüßung durch Rektorin Beate Vetterl, stellte Referentin Petra Sammet sich und ihre Tätigkeit kurz vor. Wohnhaft in Poppenricht, arbeitete sie früher im Kindergarten, machte dann eine Ausbildung auf dem Gebiet der Psychomotorik und führt nun eine Praxis für Moto-Therapie.

Ihren Vortrag leitete sie mit einem Zitat aus dem Buch "Jedes Kind ist hochbegabt" ein. "Lernen muss so schön sein, dass man traurig ist, wenn Ferien sind". Sie zeigte dann den Alltag in der Kindergarten-Zeit, beim Mittagessen und am Nachmittag auf, demonstrierte allseits bekannte Sitzgewohnheiten der Kinder ("lümmeln") in der Schule und daheim und rief so manches Lachen hervor.

Danach wurden die Eltern mit eingebunden: In einem Sitzkreis musste auf das Kommando "Hip - hep" ein Stoffsäckchen mit einer Hand entgegengenommen und mit der anderen weitergegeben werden, von links nach rechts und von oben nach unten. Die Erkenntnis daraus zog sich wie ein "roter Faden" durch den weiteren Abend: Es gilt, die Koordination der Diagonalen zu üben, die Vernetzung der Körperachsen aus der Körpermitte heraus.
Petra Sammet betonte, dass die richtige Sitzhaltung sehr wichtig sei, sie beeinflusse alles andere: Motorik, Atmung und eben Konzentrationsfähigkeit. "Wie lernt ein Kind sitzen?" fragte sie und demonstrierte dann die ersten Bewegungen eines Babies, das Drehen aus der Rücken- in die Bauchlage (wobei der Schwung aus der Hüfte kommen muss) und dann den Beginn des Krabbelns.

Die Referentin informierte, dass die Grundlagen für die motorischen Fähigkeiten schon im Mutterleib gelegt würden, je nach Lage des Fötus sowie der Dauer des Geburtsvorganges. Auch die Kieferaufhängung sei bedeutsam, sie beeinflusse den wichtigen Saugreflex, den Gleichgewichtssinn und andere Funktionen. Bei Störungen sei eine Therapie bei einem Osteopathen oder Mototherapeuten nötig, diese müsse schon nach wenigen Behandlungen Erfolge zeigen. Sie demonstrierte auch die Probleme eines Linkshänders, der mehr Zeit brauche, da er immer wieder Schrift und Zahlen "umdrehen" müsse.

Mit einem "Bierdeckelspiel" beschlossen die Eltern den langen und lehrreichen Abend. Auch hier wurde wieder die "Vernetzung" getestet, gerade auch beim Aufheben der Deckel. Sammet endete ihre Ausführungen mit der Aussage, dass eigene innere Ruhe nötig sei, um einem Kind etwas beibringen zu können.
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