14.03.2018 - 15:20 Uhr
Schwarzhofen

Motto "Investieren und konsolidieren" bleibt Richtschnur Rekord-Haushalt mit Augenmaß

Die Marktgemeinde schnürt ein dickes Finanz-Paket: Über 4,7 Millionen Euro Gesamtvolumen umfasst der Haushalt 2018 - "das ist bisher einmalig in der Ortsgeschichte", notiert Bürgermeister Maximilian Beer. Das Zahlenwerk geht ohne Diskussion und Gegenstimme über den Ratstisch.

Der Marktgemeinderat Schwarzhofen verabschiedete seinen Haushalt 2018.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

 Als "Haushalt der Investitionen in Zukunftsprojekte" charakterisierte der Bürgermeister das Zahlenwerk. Unter anderem sind für Ortsdurchfahrt, Aufwertung des Altorts, Kanalsanierung, Erdgasversorgung, Bauland-Politik, Mittel für Straßenbau sowie Weichenstellungen für die Schulsanierung knapp zwei Millionen Euro im Investitionsprogramm festgeschrieben - "das würde für zwei Haushalte reichen."

Die Verschuldung werde der Markt weiterhin im Blick haben. Maximilian Beer erinnerte in der öffentlichen Sitzung des Marktgemeinderats am Montag, dass die roten Zahlen vor zehn Jahren mit rund 3,39 Millionen Euro einen Höchststand erreicht hatten. Seither seien - Dank sparsamer Haushaltsführung und den Hilfen aus dem Konsolidierungsprogramm des Freistaats - rund zwei Millionen Euro "Miese" abgebaut worden: Bei 1,79 Millionen Euro lagen sie zu Jahresbeginn.

Für Freistaat vorfinanzieren

Und auch für heuer war ursprünglich vorgesehen, ohne neue Schulden auszukommen. Doch nachdem die Gemeinde unter anderem beim Ausbau der Ortsdurchfahrt Schwarzhofen den Beitrag des Freistaats vorfinanzieren und den Anteil der bisherigen Straßenausbaubeiträge zwischenfinanzieren muss, wird eine Kreditaufnahme über 870 000 Euro nötig. Zuletzt hatte sich der Markt im Jahr 2013 Fremdkapital geholt. In Folge wird ein Anstieg der Schulden auf rund 2,53 Millionen Euro erwartet. Der Bürgermeister sicherte zu, dass die erwarteten Rückflüsse des Freistaates wieder zur Tilgung eingesetzt werden. Kämmerin Martina Held hatte im Vorbericht zum Etat 2018 aufgezeigt, dass die roten Zahlen bis Ende 2021 wieder bis auf 1,72 Millionen Euro sinken sollen.

Das Leitmotiv "Investieren und konsolidieren" werde weiterhin die Richtschnur der Arbeit sein, gab Beer zu verstehen. Dem Gremium liege ein solider Haushalt vor, der ohne fiktive Einnahmen auskomme. Nachdem auch die Zuführung zum Vermögenshaushalt erneut deutlich erreicht werde, benötige das Zahlenwerk keine Genehmigung durch die Rechtsaufsicht.

Personal großer Posten

Einen Dank richtete der Bürgermeister noch "an unsere leistungsfähigen Betriebe am Ort": Mit 300 000 Euro Gewerbesteuer werde heuer gerechnet, 95 000 Euro mehr als noch im Vorjahr. Der Blick in den Haushalt zeigt auch, dass sich die Personalausgaben des Markts deutlich auf über eine halbe Million Euro erhöhen. Auslöser sind tarifliche Lohnerhöhungen und Neueinstellungen im Kindergarten. Noch nicht endgültig festgezurrt ist die Höhe der Kreisumlage. Die Kämmerin rechnet aktuell noch mit einem Umlagesatz von 44 Prozent und einem Betrag von 543 100 Euro. "Eine Senkung um einen Punkt würde uns 12 000 Euro sparen", verdeutlichte Beer.

Das vorgelegte Zahlenwerk stieß auf die Zustimmung sämtlicher Ratsmitglieder. Sowohl die Finanzplanung und das Investitionsprogramm bis 2021 als auch Etat, Haushaltssatzung und Stellenplan wurden einstimmig gebilligt.

Eckdaten zum Haushaltsplan

Gesamtvolumen: 4,74 Millionen Euro; Verwaltungshaushalt: 2,65 Millionen Euro; Vermögenshaushalt: 2,11 Millionen Euro; Hebesätze für Gemeindesteuern - Grundsteuer A/B: 350 Prozentpunkte, Gewerbesteuer: 350 Prozentpunkte.

Wichtige Einnahmen: Einkommensteuer 750 000 Euro; Schlüsselzuweisung 518 150 Euro; Gewerbesteuer 300 000 Euro; Benutzungsgebühren: 206 500 Euro.

Bedeutende Ausgaben: Kreisumlage 543 100 Euro; Personalausgaben 522 950 Euro; Verwaltungs- und Betriebsaufwand 514 600 Euro; VG-Umlage 259 700 Euro. Schulden: 2,53 Millionen Euro (zum Jahresende erwartet); Pro-Kopf-Verschuldung: 1774,09 Euro; Zuführung zum Vermögenshaushalt: 298 850 Euro, die Mindestzuführung (132 100 Euro) wird deutlich übertroffen; Rücklagen: 25 571 Euro (am Jahresende), heuer Entnahme von 15 450 Euro.

Einige Investitionen: Ortsdurchfahrt Schwarzhofen 1,36 Millionen Euro; Erschließung Baugebiet "Hennensteig II" 239 500 Euro; Abbruch Lehrnbecher-Anwesen 88 000 Euro. (mp)

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