Interview mit dem scheidenden Schwarzhofener Trainer Adi Götz
"Ich will immer das Maximum"

Bevor sich Schwarzhofens Trainer Adi Götz verabschiedet und nach neuen Zielen strebt, peilt er mit seiner aktuellen Mannschaft noch den ein oder anderen Coup an. Bild: Eger
Sport
Schwarzhofen
14.12.2016
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Anfang der Woche platzte die Bombe: Bezirksligist SV Schwarzhofen und Trainer Adi Götz gehen nach fünfjähriger Zusammenarbeit ab der Saison 2017/18 getrennte Wege. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erläutert der scheidende Coach seine Beweggründe sowie seine Pläne für die Zukunft.

Trainer Adi Götz ist ein Freund klarer Worte. Er bezeichnet sich selbst als Coach, der immer das Maximale anstrebt. Er sei keiner für zweite, dritte oder vierte Plätze. Für die Zeit nach Schwarzhofen sieht er mehrere Optionen.

Hallo Herr Götz, fünf Jahre beim SV Schwarzhofen sind Ihnen genug. Warum kehren Sie dem Verein nach der Serie den Rücken?

Adi Götz: Fünf Jahre sind im heutigen Trainergeschäft eine riesige Zeitspanne. Ich habe mich frühzeitig mit dem Verein unterhalten, wo wir noch optimieren oder an welchen Schrauben wir noch drehen können. Danach haben wir uns aber entschieden, dass ein neuer Mann besser für diese blutjunge Truppe ist.

Warum?

Nur um eins klarzustellen: Mein Abschied ist auf keinen Fall negativ. Wir trennen uns absolut im Guten. Aber ein neuer Mann bringt neue Methoden und Mechanismen in die Mannschaft. Und auch ich will jetzt etwas anderes machen. Somit ist die Trennung sowohl für die Mannschaft als auch für mich absolut positiv.

Sehen Sie in Schwarzhofen eventuell auch die Grenze des Machbaren erreicht?

Das haben wir so nicht explizit gesagt, aber da ist schon was dran. Ich habe ein super Verhältnis zum Vorsitzenden Rüdiger Hügel und ihm habe ich immer wieder gesagt, dass ich kein Trainer bin, um Zweiter, Dritter oder Vierter zu werden. Ich will immer das Maximum.

Und Schwarzhofen ist noch nicht bereit für die Landesliga?

Dazu führe ich ein bekanntes Sprichwort an: "Schuster bleib' bei deinen Leisten." Wir spielen an der Spitze der Bezirksliga mit und könnten die beste Saison meiner Amtszeit hinlegen. Das ist aller Ehren wert. Die Umgebung im Landkreis gibt auch nicht mehr her. Da wachsen die Talente, die dir weiterhelfen, nicht auf den Bäumen. Du musst dir alles selbst heranzüchten.

Wenn Schwarzhofen nächste Saison vermutlich schon nicht in der Landesliga vertreten ist, ist es dann vielleicht der Trainer Adi Götz?

Ich könnte mir durchaus vorstellen, höherklassiger zu trainieren. Es gab jetzt auch schon vereinzelt Gespräche, aber die Landesliga war noch nicht dabei. Aber es ist ja auch noch Zeit und ich verspüre da absolut keinen Druck. Und ich bin mir sicher, dass sich speziell in der Bezirksliga und in der Landesliga noch einiges tun wird. Von daher bin ich gespannt, was sich ergibt.

Könnten Sie sich auch vorstellen, ein derzeit beliebtes Sabbatjahr einzulegen?

Auf jeden Fall. Sollte sich kein neuer Verein finden, konzentriere ich mich eben mehr auf meine Aufgabe beim DFB.

Wie sieht diese Arbeit genau aus?

Ich war zehn Jahre lang Stützpunkttrainer und wechselte voriges Jahr auf die Beobachterschiene. Ich bin von Stützpunkt zu Stützpunkt unterwegs, checke dort die Trainingsarbeit der jeweiligen Trainer sowie die Arbeitsabläufe am Stützpunkt an sich. Danach verfasse ich meine Bericht und schicke diesen nach Frankfurt (zur DFB-Zentrale, Anm. d. Red.). Diese Arbeit kommt mir sehr entgegen, da ich zeitlich überhaupt nicht gebunden bin.

Bis zu Ihrem Abschied steht aber noch die Restserie mit dem SV Schwarzhofen an. Welche Ziele verfolgen Sie noch auf Ihrer Abschiedstournee?

Ich habe die Mannschaft auf der Weihnachtsfeier über meinen Abschied informiert. Das war mir wichtig. Und da habe ich der Truppe auch gesagt, dass wir da sein werden, wenn eines der Teams vor uns schwächeln sollte. Gerade nach der Winterpause ist es oft so, dass nicht alle, die vorher brilliert haben, diese Topform sofort wieder haben. Darauf hoffen wir auch dieses Jahr.
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