Positives Votum für Flurneuordnung und Dorferneuerung
Denglarn stellt sich neu auf

Baudirektor Werner Bachseitz (links) und Baurat Martin Stahr erläuterten die einzelnen Bestandteile und den Verlauf einer Flurneuordnung sowie einer Dorferneuerung für den Ortsteil Denglarn. Bild: mad
Vermischtes
Schwarzhofen
18.05.2017
45
0

Freie Bahn für die Dorferneuerung und die Flurneuordnung in Denglarn: Bei einer Informationsveranstaltung sprachen sich die Bürger einhellig dafür aus, die Neugestaltung ihrer Heimat in Angriff zu nehmen. Die Anfänge des Verfahrens reichen bis 1991 zurück.

-Denglarn. Auf große Resonanz stieß eine Informationsveranstaltung des Amt für ländliche Entwicklung im Schulungsraum der Feuerwehr Haag. Das Thema war zwar altbekannt, aber nach wie vor hochaktuell: Es ging um das geplante Verfahren zur Flurneuordnung und möglicherweise auch um eine Dorferneuerung. Als Amtsvertreter hieß Bürgermeister Maximilian Beer Baudirektor Werner Bachseitz und Baurat Martin Stahr willkommen.

Stimmung dreht sich

Beer blendete zurück auf die "wechselvolle Geschichte" des Verfahrens Denglarn. Ursprünglich 1991 zusammen mit dem Verfahren Haag angeordnet, wurde es 1992 wieder eingestellt und ruhte ab 1996. Bei einer erneuten Abstimmung im Jahr 2003 wurde mit 11:4 gegen das Verfahren votiert. Bei einer weiteren Versammlung hatte sich die Stimmung gedreht, und die Abstimmung ging 18:7 "pro Verfahren" aus. Dieses positive Votum wurde als Chance gesehen, gerade für die junge Generation. Bei einer Versammlung 2013 kam erneut ein klares Votum für das Verfahren zustande. 2015 stellte das Amt das Projekt in Aussicht, im Vorjahr gab es eine Zusage für eine Startphase in 2018. Laufe alles nach Plan könne 2019 die Einleitung des Verfahrens erfolgen, wenn es von einer Mehrheit gewünscht und getragen werde. "Dies ist eine letzte historische Chance", stellte Beer heraus. Die Marktgemeinde werde voll und ganz hinter dem Verfahren stehen und es positiv begleiten.

Baudirektor Werner Bachseitz informierte ausführlich über die Instrumente der ländlichen Entwicklung wie Flurneuordnung und Dorferneuerung in einem behördlich geleiteten Verfahren unter einem örtlich gewähltem Vorstand. Bei der Flurneuordnung gehe es um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft sowie die Förderung der allgemeinen Landeskultur und der Landentwicklung. Das Bereinigungsgebiet sei neu zu gestalten, die Feldmark neu einzuteilen, zersplitterter Grundbesitz zusammenzulegen und zweckmäßig neu zu gestalten. Zur Erleichterung der Bewirtschaftung sei unter anderem auch der Bau von Wegen und Straßen vorgesehen.

Ganz nach dem Genossenschaftsprinzip von 1922 könne die Teilnehmergemeinschaft die "Heimat gemeinsam gestalten". Diese setze sich aus Grundstückseigentümern und Erbbauberechtigten zusammen, aus deren Kreis die Vorstandsmitglieder gewählt werden. Das Amt für Ländliche Entwicklung stelle den Vorsitzenden, die Gemeinde einen Vertreter. Der Referent schilderte auch den Ablauf eines Verfahrens von der Anordnung über die Wahl eines Vorstandes, die Planungsphase, den Ausbau der Maßnahmen, die Wertermittlung, den Neuverteilungsentwurf, die vorläufige Besitzeinweisung, den Flurbereinigungsplan und die Ausführungsanordnung bis zur Schlussfeststellung. Die Fördersätze könnten bei bis zu 75 Prozent liegen und könnten in einigen Fälle sogar noch um 10 Prozent steigen.

Flur- und Dorfwerkstatt

Auch bei der Dorferneuerung gibt es viele Zuschüsse für verschiedene Maßnahmen, ein verbleibender Rest sei als Kostenbeteiligung durch die Gemeinde tragen. Der Vorteil für die Anlieger sei bei einer gleichzeitig stattfindenden Dorferneuerung groß. Den Eintritt in das Verfahren markiere eine Flur- und Dorfwerkstatt, wobei die Bürger mit Begleitung eines Planungsbüros die (Vor-)Planung der Anlagen erstellen und dabei selbst Verantwortung übernehmen. Zum Ende der Flur- und Dorfwerkstatt müsse feststehen, ob ein Verfahren endgültig gewünscht wird, wer Teilnehmer sein will, in welchem Gebiet das Verfahren stattfinden soll und welche Ziele erreicht werden sollen.

Schon vor und auch nach der Pause entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Danach konnte Amtsvertreter Werner Bachseitz ein sehr positives Fazit ziehen, denn die Versammlung stimmte einhellig sowohl einer Flurneuordnung als auch einer Dorferneuerung zu und signalisierte aktive Mitarbeit. "Denglarn hat das verdient", fasste Bürgermeister Beer die Abstimmung erfreut zusammen.

Denglarn hat das verdient.Bürgermeister Maximilian Beer
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.