15.04.2014 - 00:00 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

"""Gedankenleser"" Thorsten Havener begeistert in ausverkaufter Sportarena mit Tricks und Gags": Zauberhafte One-Man-Show

Auch wenn der Magier keine Gedanken lesen kann: Das Publikum zu verblüffen, gelang ihm allemal. Bilder: m (2)
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Kann man schon beim ersten Date herausfinden, ob der Partner fürs Leben mit am Restauranttisch sitzt? "Menschenleser" Thorsten Havener findet, ja: Man müsse nur an einem Glastisch speisen, dabei die Füße des Gegenübers im Blick behalten, ihn oder sie sich mit dem Finger ein "Q" auf die Stirn malen lassen, gemeinsam die Hände zum Gebet falten und schließlich noch die Fingerlängen begutachten.

Fraglich, ob die Besucher von Haveners Show "Ich weiß, was du denkst", am Freitagabend in der ausverkauften Sportarena diese Tipps beim nächsten Rendezvous beherzigen. Ihren Spaß an den von ernsthaften psychologischen Studien abgeleiteten Tipps hatten sie trotzdem. Vor allem aber war das bunt gemischte Publikum begeistert von den zahlreichen Illusionisten-Tricks, die Meister Havener in seiner One-Man-Show präsentierte.

Wobei - ganz allein stand er selten auf der Bühne. Meist mussten ein spontan ausgesuchter Thomas oder Dennis, eine Stefanie oder Christina aus dem Publikum als Demonstrationsobjekt für die verblüffenden Tricks assistieren. "Steh auf und komm auf die Bühne", forderte Havener seine Auserwählten auf, die alle bis auf einen prompt mitspielten. Der Meister erklärte auch, warum: Wenn der Mensch zwei Aufforderungen hintereinander zu hören bekomme, dann könne er gar nicht anders, als Folge zu leisten.
Und da standen sie dann und mussten Spielkarten aussuchen, Opfer oder Mörder sein, an eine Zahl zwischen fünfzig und hundert denken oder ein Männchen mit bunt ausmalen. Eigentlich klassische Elemente aus Zaubershows, die Havener geschickt dem Zeitgeist anpasst. "Ich weiß, was du denkst", bedeutete dann auch nicht, dass der gelernte Dolmetscher und Übersetzer Gedanken lesen kann, auch wenn manche Besucher das erwartet haben. Havener kann seine Mitspieler manipulieren und genau beobachten, so dass sie in einem von ihm gesteckten Rahmen perfekt funktionieren. Faszinierend ist das trotzdem oder vielleicht gerade deshalb.

Wenn man also immer wieder denkt, "Wie hat er das jetzt bloß gemacht?", dann hat die Show schon ihren Zweck erfüllt. Da muss Havener dann auch gar nicht den "Patrick Jane" aus der TV-Kultreihe "The Mentalist" geben, der kombiniert wie Sherlock Holmes und trickst wie Columbo. Gratis zum ganz zauberhaften Spaß gibt's bei Havener dafür ja noch ein bisschen Wissenschaft und ganz viel Entertainment. Sowie das mulmige Gefühl, vielleicht doch nicht ganz so Herr seiner Wahrnehmung und Handlungen zu sein, wie man das immer glauben möchte.

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