Pfarrer Konrad Amschl hält Vortrag zum Thema Eucharistie - "Jesus wollte von der Sünde befreien"
Beten gegen die Vereinsamung

Lokales
Speichersdorf
23.04.2013
3
0

Mit dem Thema Eucharistie beschäftigte sich ein Vortragsabend der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) im katholischen Pfarrheim. Zur Vortragsreihe konnte Vorsitzender Fritz Fraunholz den Kemnather Stadtpfarrer Konrad Amschl als Referenten und ausgewiesenen theologischen Kenner einer der zentralen Mysterien des katholischen Glaubens gewinnen.

Der Mensch sei auf Gemeinschaft ausgerichtet, und christlicher Glaube niemals nur eine Privatsache, sagte der Geistliche. Anknüpfend an die Verheißung Christi "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18,20) komme dem Gebet in der Gemeinschaft zentrale Bedeutung zu. Miteinander beten befreie aus der Vereinsamung, aber auch aus der Verarmung und Einseitigkeit des eigenen Betens, um über der Bitte das Lob und den Dank nicht zu vergessen. Auch werde darin die Zusammengehörigkeit der Gläubigen und die Einheit der Kirche sichtbar. Der Angestellte und der Chef, der Bauer und der Städter, Arme und Reiche, Schwarze und Weiße würden so in der gleichen Bank sitzen.

Zwei Ursprünge

Dies brauche eine gewisse Ordnung. In der heiligen Messe, so der Referent, seien seit aller Zeit zwei Gottesdienste miteinander verbunden: der Wortgottesdienst, in dem das Erbe des jüdischen Gottesdienstes bewahrt wird, und die Eucharistiefeier, die auf das Abendmahl Jesu zurückgeht. Die ersten Christen seien zunächst weiterhin am Sabbat zum Gottesdienst in die Synagoge gegangen, hätten sich aber am ersten Wochentag zur Feier des Abendmahls versammelt. Als sie sich später von der jüdischen Gemeinde ganz trennten, wollten sie aber deren Gottesdiensttradition nicht aufgeben, sondern verbanden sie mit der Abendmahlsfeier zu einem Gottesdienst. Diese beiden Teile werden von einer Eröffnung (Kreuzzeichen, Begrüßung, Bußakt und Gebet) und einem Abschluss (Dankgebet, Segen, Entlassung) umrahmt.
Der katholische Wortgottesdienst bestehe heute aus einer Lesung aus dem Alten und Neuen Testament. Im Laufe von drei Jahren werden so an den Sonntagen die vier Evangelien fast ausnahmslos und von den Apostelbriefen und dem Alten Testament große Teile im Gottesdienst vorgelesen. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehe nicht unsere Aktivität, sondern Gottes Tat, so der Stadtpfarrer. Die gewöhnlich sich anschließende Predigt wolle nichts anderes, als Hilfen geben, diese Bibeltexte im täglichen Leben wirksam werden zu lassen. Fürbitten, die den Wortgottesdienst abschließen, stellen ebenfalls die Verbindung zum Alltag her.

Im zweiten Teil, der Eucharistiefeier, so Amschl, gehe es um das Abendmahl Jesu mit Brechung und Verteilung des Brotes und Reichung des Weines. Dabei ging Jesu Blick in die Zukunft. Christus selbst wollte zum Pascha-Lamm werden, das sein Leben gibt, und das verzehrt wird. Er wollte endgültig von der Knechtschaft der Sünde und des Todes befreien.

In Gegenwart holen


Das, was beim Abendmahl geschehen sei, soll immer und immer wieder Gegenwart werden, so der Referent: "Keine Wiederholung, sondern Wieder-Holung, das heißt das gleiche Geschehen von damals wird in die heutige Wirklichkeit und Gegenwart geholt. Er selbst (Jesus) ist das Mahl, der Bund, das Opfer und der Tod, die Befreiung und die Auferstehung." Amschl erläuterte im Folgenden eingehend die Elemente Gabenbereitung, Brotbrechen und das Geschehen der heiligen Wandlung.

Obwohl die Messfeier in der neuen Form sehr vereinfacht sei, würden manche darin immer noch zu viel die Äußerlichkeiten sehen: bunte Gewänder, Blumen, Weihrauch, Messdiener, Kreuzzeichen, erhobene Hände. Passt das in der heutigen Zeit? Diese seien unverzichtbar, da die Messe ein Fest sei, sagte Amschl. Wichtig sei, aus dem Alltäglichen herauszutreten, aus den Sorgen, dem Druck, der Leistung, aber auch aus der Langeweile. Frei sein für das, was einen innerlich erhebt und froh macht. Zu einem Fest gehöre deshalb festliche Kleidung, Musik, so der Geistliche. Darum trage der Priester ein Festgewand, gehörten Gesang und Orgel dazu. Auch das Erheben der Hände gehöre zu dieser Feierlichkeit, gefaltete Hände bedeuteten Sammlung, erhobene Arme Offenheit gegenüber Gott. "Stellen wir uns einmal einen rein geistigen Gottesdienst vor", sagte Amschl in die Runde. Dann müssten wir nicht nur auf Worte, Melodien und Zeichen verzichten, die Gläubigen dürften dann nicht einmal an einem Ort zusammenkommen.

"Deshalb haben wir keine Scheu", so Amschl, "auch die Sinne und den Körper in die Gottesverehrung einzuschalten. Wir wissen heute mehr als früher von der engen Verbindung des Seelischen mit dem Körperlichen."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.