02.02.2018 - 20:00 Uhr
Speichersdorf

Aufsteigende Feuchtigkeit bereitet Bauausschuss Speichersdorf Sorgen: Altes Rathaus: Sandstein bröselt

Das Kommunale Investitionsprogramm (KIP) fördert ausschließlich die energetische Sanierung und Barrierefreiheit von kommunalen Gebäuden. Wenn's um zusätzlichen Gebäudeunterhalt und Substanzerhaltung geht ist die Gemeinde auf sich gestellt.

von Arnold KochProfil

Vor diesem Problem steht die Kommune beim Alten Rathaus, das der Bauausschuss besichtigte. Bürgermeister Manfred Porsch erläuterte, dass sowohl dieses als auch der im Eigentum der Kommune stehende Jugendtreff in unmittelbarer Nachbarschaft über das KIP energetisch saniert werden können. Dazu ermittle das Architekturbüro Dierl derzeit die Kosten und stelle die Ausschreibung der Bauarbeiten zusammen. Bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten könnten bezuschusst werden.

Architekt und Gemeinderat Franc Dierl hatte festgestellt, dass die Grundmauer des Alten Rathauses, das derzeit als Haus der Vereine genutzt wird, Schäden aufweist. Wie er den Ausschussmitgliedern zeigte, löst sich aus Sandstein bestehende Sichtmauerwerk im Sockelbereich auf. Betroffen ist jedoch nur das südwestliche Hauseck an der Kemnather Straße. Ursache sei aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk. "Es ist davon auszugehen, dass die Nässe vom in diesem Bereich ablaufenden Fallrohr der Dachrinne herrührt", erklärte Dierl. Höchstwahrscheinlich haben sich die Betonsteinplatten durch Unterspülung bereits gesetzt.

Da ein Spülen der Abflussleitung keinen Erfolg brachte, geht der Architekt von einer Verstopfung oder einem Rohrdefekt aus. Dies und das Trockenlegen des Mauerwerks wären relativ leicht zu erledigen. Es stellt sich jedoch die Frage der Stabilität des Grundmauerwerks aus teils verrottetem Sandstein und das Wiederherstellen des Sichtmauerwerks." Einfaches Vorblenden im Sockelbereich stelle die Tragfähigkeit der Grundmauer im Eckbereich nicht wieder her. In der bisherigen KIP-Kostenermittlung seien neue Fenster, komplette Innen- und Dachdämmung samt -eindeckung und Heizungssanierung sowie ein barrierefreier Zugang enthalten.

Beim Rundgang zeigten sich große Putzabplatzungen am gemauerten Dachgesims, so dass das Gebäude im Mauerbereich abgesperrt werden musste, um Personenschäden zu verhindern. Laut Porsch rührt dies von eindringendem Dachwasser her. Im Kellerbereich war der Putz am durchnässten Mauerwerk abgeschlagen worden, um den Grundmauerzustand beurteilen zu können. Auch hier erleidet der Sandstein durch Feuchtigkeit Schaden.

Dierl schlug vor, mittels einer zusätzlichen Kellermauer aus Schwerbetonsteinen an der Innenseite die Stabilität des Gebäudes zu sichern. Vor dieser Maßnahme sollte jedoch die Beschaffenheit des Sandsteines ermittelt werden. Möglicherweise reiche das Ersetzen des schadhaften Mauerwerks. Im Außenbereich wäre eine Sanierung des Sichtmauerwerks aus Sandstein möglich.

Die KIP-Maßnahmen werden jetzt ausgeschrieben und sollen großteils während der Ferien ausgeführt werden. Die Mehrkosten der Grundmauersanierung und Trockenlegung ermittelt der Architekt zusätzlich.

 

 

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